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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

                                                 Mynheer Pieter Peeperkorn

Vorschläge zur Erklärung des Namens Peeperkorn sind gemacht worden, wobei auffällt, dass der Name Pieter keine besondere Aufmerksamkeit erfährt. (1) Im Folgenden geht es auch darum, die bei Castorp, Clawdia Chauchat und Pribislav Hippe erprobten Zugänge anzuwenden und damit indirekt für die „Richtigkeit“ der dortigen Erklärungen eine Bestätigung zu erhalten.

Wenn wir daran denken, dass bei der Erklärung des Namens „Castorp“  (Brotsack) aus „P“ ein „B“ (b, also ein auf den Kopf gestelltes  P!) wurde und bei Chauchat die englische Aussprache eine entscheidende Rolle spielte, kommen wir bei Peeperkorn über „Beeberkorn“  zu „Biberkorn“. Biber lässt sich zunächst mit dem lateinischen „bibere“ assoziieren, also „trinken“. Im Lexikon findet man: „biber, eris, f. (eig. verkürzter Infin.v.bibo), der Trank“ (2). Die Übersetzung ist dann „Korntrank, Korntrinken“. Aus dem Vornamen Pieter wird „Bieter“. Pieter Peeperkorn ist dann der Mann, der „das Korntrinken (auch sich) anbietet“. Das entspricht  der Lebensweise Peeperkorns, wie sie im „Zauberberg“ beschrieben wird. Er trinkt nicht nur selbst:  „jetzt labt Pieter Peeperkorn sich mit einem Schnaps“ (S. 827, 5 f.; 834, 26 f.;839, 18 f.; auch 838,27 - 32 ), er ist auch ein großzügiger Gastgeber (S. 848, 5 – 22; 850, 30 – 851, 7; 851, 30 – 852, 14; 861, 32 – 866, 3; 876, 31 – 877, 5; 896, 23 – 897, 2; 929, 33 f.; 940, 18 - 26). „Er ließ holländischen Genever dazu schenken, eine volle Runde, und zwang alle, das klare Naß, dem ein gesunder Duft nach Getreide mit einem zarten Einschlag von Wacholder entströmte, mit gespannter Andacht zu sich zu nehmen“ (S. 852, 10 – 14).

Der Name Pieter Peeperkorn kennzeichnet also eine Passion  – wie bei Clawdia Chauchat das „Türezuschlagen“.

 Nun kann aber das für Peeperkorn erschlossene Wort „Biberkorn“ noch durch einen anderen Bezug bestimmt sein.

  Die erste Vorstellung  Peeperkorns im „Zauberberg“ (S. 826, 30 – 827, 32) führt uns auf den Aspekt der Farbe: „ Peeperkorns leicht farbige Nationalität – denn er war ein Kolonial – Holländer, ein Mann von Java, ein Kaffeepflanzer“ (S. 827, 1 ff.) wirkt sich fast nicht aus  verglichen mit manchen anderen auf dem Berghof (S. 827, 31 f.), „denn du großer Gott, in was für Tinten und Abschattungen spielte nicht die Gesellschaft des bewährten Institutes,…(S. 827, 8 ff.). Eine ägyptische Prinzessin erscheint mit „nikotingelben“ Fingern (S. 827, 15), ein Mohr wird in seiner Schwärze durchleuchtet (S. 827, 25 – 30). Mit welcher Farbe ist der Name Peeperkorn verbunden? Diese müsste dann durch „Biber“ repräsentiert sein.

Die Bedeutung der Etymologie ist uns schon früher  bei der Namenserklärung von Castorp (Brotsack - Brot)  klargeworden. Die Etymologie von „Biber“ lautet nach Wahrig (3): <ahd. Bibar, engl. beaver <germ. Bebru- <idg.  *bhebhru-; zu * bhero-„braun“. Peeperkorn kann also „braunes Korn“ bedeuten. Was ist darunter zu verstehen? Die Erklärung ergibt sich aus dem Vornamen  Pieter . Nach unserer Lesart ist Pieter = Bieter, der etwa bei Versteigerungen ein Angebot macht. Das passt  zu  Peeperkorns Beruf: Er war  Kaffeepflanzer . Er bietet „braunes“ Korn an. Unter „braun“ ist hier „kaffeebraun“  zu verstehen: Braunkorn sind Kaffeebohnen. Pieter Peeperkorn ist ein Mann, der Kaffeebohnen anbietet.

Der Name Pieter Peeperkorn kennzeichnet also neben seiner Passion auch den Beruf – wie beim „Model“ Clawdia Chauchat.

 

Anmerkungen:

1.  Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1 (Textband) -2 (Kommentarband) – M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002.
Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Hier:  Kommentarband, S. 351.
2.  Georges, Ausführliches Handwörterbuch, Lateinisch-Deutsch, 9.Aufl. (1951), Sp. 819.
3.  Wahrig, s. Anm. oben, S. 271, s.v. „Biber“.

 Veröffentlichung:  30.12.07
Autor:  Gerhard Adam


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