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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

        Romanschriftsteller im „Zauberberg“: Ziemssen, Grosse, Hesekiel, Heimburg
Zur Erklärung des Namens Joachim Ziemßen muss man von seinen „Frauen“ ausgehen. Hier ist zunächst seine „Geliebte“ Marusja zu nennen. Marusja ist die russische Koseform von Maria oder „soviel  wie Marie“, wie Joachim, der ja Russisch lernt (S.101, 16 ff.), erklärt (S. 112, 23) (1). Der Name Maria taucht im Namen der Lieblingszigarre Castorps, der Marke „Maria Mancini“, auf (S. 24, 7; 57, 15 ff.; 76, 10 – 77, 24; 94, 14 – 95, 2; 110, 5 – 16; 135, 26 ff.; 232, 30 ff.; 382, 14; 384, 4)  Maria Mancini ist die Geliebte Ludwigs XIV (2). Dieser  Bezug wird in dem Namen von  Marusja und Joachims Mutter aufgenommen. Seine Mutter trägt den Vornamen „Luise“ (S. 806, 13; 808, 21; 810, 30 f.; 811, 21). Luise (Louise) ist die (französische) weibliche Form von „Louis “. Mit der Wahl des Vornamens „Luise“ für die Mutter kommt bei dem Nachnamen Ziemßen auch die männliche Form „ Louis“ in den Blick. Ludwig ist im Roman schon durch den Vornamen Settembrinis „Lodovico“ vertreten (S. 232, 24; 293, 9; 568, 11 und 22; 1076, 1; 1076, 23; 1079, 31). Nun haben bekanntlich viele Namen im „Zauberberg“ sieben Buchstaben, z.B. Castorp, Behrens, Clawdia, Marusja. Nimmt man diese „Regel“ Ernst, könnte der Buchstabe  „ß“ in Ziemßen seine Existenz auch einem „ss“ verdanken. Der Nachname ist dann Ziemssen, verbunden mit dem „vermännlichten Vornamen“  der Mutter kommen wir zu Louis (=Ludwig) Ziemssen. Dieser Name ist nicht unbekannt. Ludwig Ziemssen (1823 – 1898) gehört zu den Schriftstellern des „Historischen Romans“. Seine aufrechten deutschen Gestalten passen zur  Darstellung des Soldaten Joachim Ziemßen. Der Vergleich mit Ludwig XIV. über „Louis“ ist eine gelungene Spitze gegen den „staatstragenden“ Schriftsteller Ludwig Ziemssen.Gestützt wird diese Annahme dadurch, dass auch „Maria Mancini“ nicht nur eine Zigarrenmarke ist, sondern direkt auf einen Romanschriftsteller verweist, nämlich auf Julius Waldemar Grosse (1828 – 1902), der 1869 einen Roman mit diesem Titel veröffentlicht hat. Der Name der Moribunden „Leila (semitisch: Nacht) Gerngroß“ (S. 455, 23)  könnte sich auf Grosse beziehen, in wiederum ironischer Weise wie bei Ludwig Ziemssen: Grosse will  „ gern groß“ sein  durch seine Bettgeschichte.

Der Name des Pastors Hesekiel, der in seiner Jugend als Patriot fast von den Franzosen erschlagen worden wäre (S. 39, 32 – 40, 3) weist  ebenfalls auf Schriftsteller historischer Romane hin, nämlich auf George Ludwig Hesekiel (1819 – 1874) und dessen Tochter Ludovica Hesekiel (1847 – 1889), beide patriotisch gesinnt wie Ludwig Ziemssen.

Die bekannte Romanschriftstellerin Wilhelmine Heimburg (1848 – 1912) wird zur Namensgeberin von Schwester Berta und Behrens: Ihr bürgerlicher Name lautet Bertha Behrens. Auch ihr Künstlername Heimburg wird verwertet.  Der  alte Name„Heimbürge“ bezeichnet im dörflichen Leben den„Dorfschulzen“ und „Leichenbestatter“ (3). Auf dem „Berghof“ sind es vor allem zwei Personen, die sich diesem Geschäft widmen. Die eine Person ist Behrens  als „dirigierender Arzt“ (S. 201, 28).  Die andere Krankenschwester Berta (S. 22, 9 – 14; 24, 27 f.; 164, 26 – 166, 23; 441, 6 – 442, 15; 443, 4; 455, 24; 456, 19 ff.; 459, 21 f.; 460, 16 f.; 806, 24 – 807, 12). Sie reist von Moribundus zu Moribundus (S. 462, 7 – 12). Ihr wirklicher Name Alfreda Schildknecht (S. 165, 27) weist auf eine bekannte Firma von Einmachgläsern hin(4) und umgibt Schwester Berta mit  Küchenduft. Sie erzählt von der "Verpflegung" Fritz Rotbeins (S. 165, 20 ff.). Unter dem Stichwort "Hermetik" (S. 770, 17) denkt Castorp passend an Weckgläsern, " die unsere Hamburger Hausdame ... in ihrer Speisekammer reihenweise auf den Börtern stehen hat" (S. 770, 21 ff.).Auch hier also eine ironische Attacke auf die Romanschriftstellerin Wilhelmine Heimburg mit ihren Frauenromanen. Der Stil ihrer Literatur wird in Holgers Dichtung imitiert (S. 1005, 20 – 1007, 19).  

Die Aufgabe stellt sich nun, den Spuren nachzugehen, die  die genannten Schriftsteller mit ihren Romanen im „Zauberberg“ hinterlassen haben.
Anmerkungen: 1. Thomas Mann, Der Zauberberg, s.Anm. oben. 2. Kommentarband, S. 134.                            3.  Wahrig, s. Anm.oben, S. 613, s.v. "Heimbürge".                                                                      4.  www.meyers-konversationslexikon.de. , s.v. "Schildknecht".    Veröffentlichung: 25.10.07             Autor: Gerhard Adam                        

        
 

 

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