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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

                            Hans Castorps Vetter Joachim und die Geschichte Israels

Settembrini  pflegt „Joachim der Bequemlichkeit halber „Giacomo“ zu nennen“ (S. 780, 20 f.) (1) „Giacomo“ heißt Jakob. Damit sind wir mitten in der Frühphase der Geschichte Israels: Jakob wird „Israel“ genannt (1. Mose 35, 10)(2). Leo Naphta(li) (S. 663,1) und Levi (S. 130, 12; 991, 24 ff.; 1017, 1; 1025, 12) haben ihren Platz als „Söhne“ Jakobs gefunden (1. Mose 35, 23 ff.). Ebenso fügt sich  Settembrini ein .Der Name Settembrini setzt sich zusammen aus sette und brina (Raureif, Frost, also „Siebenfrost“; vgl. etwa den Namen „Einhuf“ S. 450, 18). Der Italiener jammerte „über die Kälte, die Nässe, unter der er so bitter litt“ (S. 146, 22 f.). Schon sein Vater liebte sein „warmes Studierstübchen“ (S. 147, 11; 148, 6 - 8) Lodovico Settembrini  ist ein „armer Kerl“ (S. 101, 1), er leidet „an diesem verdammten und barbarischen Orte“ an Leib und Seele (148, 8 – 12).Während Settembrini in der Zeit Castorps sieben „magere“ Frostjahre verbringt, sind es für den „Brotsack“ Castorp sieben „fette“, geistig anregende Jahre (vgl. dazu Träume des Pharao: Kühe-Ähren , Deutung Josefs: Jahre,  1. Mose 41). Auch die schon oben behandelte Stelle (S. 29, 24 f.) passt hierher: Den Söhnen Israels wird vom Pharao (Behrens) der Auszug aus Ägypten verweigert (2. Mose 7, 13 f.).

In die Zeit Sauls weist uns die Totenbeschwörung Joachims (1. Samuel 28, 7 – 20; S. 1025, 6 – 1034, 6). Ein Textvergleich zeigt Übereinstimmendes.  In En-Dor gibt es „ein Weib („sie“, „er“ S. 1023, 13 f.: Holger und das Medium Ellen Brand), das kann Tote beschwören“ (1. Samuel 28, 7). „Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufholen? Er sprach: Hol mir Samuel herauf! “ (1. Samuel 28, 11; Krokowski S. 1024, 12 f.; Castorp : „Ziemßen“ S. 1025, 6 f.).“Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was siehst du? Das Weib sprach zu Saul: Ich sehe einen Geist heraufsteigen aus der Erde. Er sprach: Wie ist er gestaltet? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist bekleidet mit einem Priesterrock. Da erkannte Saul, daß es Samuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde und fiel nieder. Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du meine Ruhe gestört, daß du mich heraufsteigen lässest?“ (1. Samuel 28, 13 – 15; Sehen  1031, 33 – 1032, 5; Aussehen S. 1032, 16 – 1033, 11; Erschütterung S. 1033, 16 – 22; „Verzeih!“ S. 1033, 22).

Zu den letzten Jahre des Königreiches Juda führt uns das Buch „Hesekiel“ des Alten Testaments, auf das der Name des Pfarrers Hesekiel (S. 39, 32) verweist. Hesekiel befand sich in einer Gruppe, die mit dem jungen König Jojachin, dem Nachfolger von Jojakim,  von Jerusalem  nach Babylonien in die Verbannung geführt wurde. Über diese Namen hinaus lassen sich noch andere Einflüsse  des Buches“Hesekiel“ (und anderer Propheten – und Geschichtsbücher)  auf den „Zauberberg“ feststellen: Hingewiesen werden soll hier nur auf die nicht nur räumliche, sondern auch „sittliche“ Zweiteilung  zwischen Leuten, die im Exil lebten und Leuten, die (noch) in Jerusalem lebten: eine Anregung für das „Oben“ und „Unten“ im Roman. Inwieweit die ständige  Anrede Hesekiels mit „Menschen(s)kind“  als Vorlage für Adriatica von Mylendonk diente(S. 253, 13 – 257, 5), sei dahingestellt. Die Herausstellung von Joachims Ohren (S.16, 11; 805, 27 ff.) ist vielleicht durch Jeremias 22, 19 angeregt: Jojakim soll „wie ein Esel“ begraben werden.

In die Zeit des Neuen Testaments führt in allegorischer Deutung die Szene zwischen Joachim und Marusja (Maria) „am Vorabend von Joachims dauernder Bettlägerigkeit“ (S. 803, 19).  Nach den Apokryphen (Protevangelium des Jakobus) ist Joachim der Vater von Maria (3). Joachim redet mit Marusja, als sie im „Schaukelstuhl“ liegt, über sie gebeugt (S. 803, 27 – 33). Marusja wird auch sonst als Kind dargestellt. Hans Castorp kommt Marusja etwas albern vor.  Sie hat „kindliche“ Augen (S. 107, 1; blickt kindlich:177,11). Immer muss sie sich das Taschentuch  (Orangentüchlein  S. 232, 20 f.; 263, 9 – 13) in den Mund stopfen vor lauter Kichern (S. 112, 19 f.). 


Als Ergebnis halten wir fest:
Der Name Joachim führt uns im "Zauberberg" durch die Geschichte Israels.
Diese Israel-Linie findet ihre Fortsetzung in Peeperkorn: Abendmahl ("Zu zwölf Personen ließ man sich nieder... ", S. 848, 1); "Gethsemane" (S. 860, 30); "Schmerzensmann" (S. 941, 27).

 Anmerkungen: 1. Thomas Mann, Der Zauberberg, s. Anm. oben.

                            2.  Stuttgarter Erklärungsbibel, Deutsche Bibelges. Stuttgart 1984.

                            3.  Auszüge in: Erich Weidinger, Die Apokryphen, Pattloch Verlag 1988, S. 433 -                                 445.

Veröffentlichung: 31.10.07

Autor: Gerhard Adam

                                 

                                                               



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