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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

                     Spuren im „Zauberberg“: Ernst Zahn, Albin Indergand (1901)

Die oben schon festgestellte Tatsache, dass bei Namen im „Zauberberg“ auf Schriftsteller angespielt wird, lässt uns vermuten, dass auch bei dem Namen „Albin“ ein solcher Bezug vorliegt.

 Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf „Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1 (Textband) der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002“ (Abkürzung: Z) und „ Ernst Zahn, Albin Indergand, Buchklub Ex libris, Zürich 1981 (Abkürzung: AI).

 Die Romanfigur Albin nimmt einen breiten Raum im „Zauberberg“ ein. „Herr Albin“ bekommt nicht nur einen eigenen Abschnitt zugewiesen (Z 121, 22 – 125, 26), sondern ist überall dabei (Z 126, 26 – 127, 5; 129, 24; 130, 7 ff.; 141, 24; 171, 33 f.; 179, 21; 191, 25, ff.; 353, 6 f.; 363, 8; 413, 17 ff.; 495, 17 – 496, 4; 509, 28 f.;537, 11 ff.; 633, 7 f.; 802, 20 – 23; 847, 27; 848, 22 f.; 848, 32 f.; 849, 16 f.; 862, 5 – 10; 862, 28 ff.; 863, 27 ff.; 1000, 27; 1002, 12 – 15; 1003, 3 – 8; 1004, 29 ff.; 1008, 26; 1010, 13 – 16; 1025, 11; 1063, 6 – 21). Einen Anhaltspunkt für die Herkunft des Namens „Albin“ im „Zauberberg“ bietet der Nachname „Inder - gand“ im Roman von Ernst Zahn.  Albin hat sein Messer „in Kalkutta einem blinden Zauberer abgekauft… “ (Z 122, 9 f.). Kalkutta verweist auf Indien und  damit auf „Inder “. Seine beiden Pistolen, die Castorp später  für das Duell bei Albin ausleiht, stammen aus Belgien (Z 1063, 9). Der zweite Teil des Namens Indergand ist nun „Gand“ = Gent, also eine Stadt in Belgien. Mit der Wahl des Namens „Albin“ wird offensichtlich auf den Titel des bekannten Romans „Albin Indergand“ von Ernst Zahn angespielt.  Albin („Herr Albin“) hat deshalb keinen Zweitnamen wie andere im „Zauberberg“. Messer und Pistolen „ersetzen“ als Attribute Albins  den Nachnamen „Indergand“. Dann ist aber damit zu rechnen, dass  auch noch sonstige Berührungspunkte zwischen Ernst Zahns Roman und dem „Zauberberg“ vorliegen.

 

Die Hütte der Familie Indergand am Laui – Eck liegt nicht nur örtlich weit weg vom Dorfe (AI 9, 11), sondern die Indergands sind auch sozial von der Dorfgemeinschaft abgeschnitten (AI  25, 4 – 26, 12). Diese Diskriminierung führt bei Albins Vater Jost und Albin selbst zu „Freiheiten“, die kein  Unrechtsbewußtsein mehr kennen. Jost tötet bei einer Wilderei den Wildhüter Gedeon Walker (AI 7421 – 33), Albin steht ruhig dabei (AI 74, 13 – 16). Bei der Verhaftung versteht Albin Indergand nicht, warum sein Vater lügt, „wo er doch im Recht ist!“ (AI 83, 9 ff.). Die erste Auskunft über Albin Indergand erhält der Pfarrherr von  der Magd Agatha: Albin hat „freche Augen“  (AI 25, 13). „Versprecht Euch von dem nichts! Der müßte nicht den Jost zum Vater haben. Der Albin ist sein Ältester. Der zeigt, was für ein Unkraut in der Hütte wächst.“ „ Die Leute scheinen im Dorfe ein schlechtes Ansehen zu haben“, fuhr der Pfarrer fort. „Ja, denen sagt freilich keiner viel Gutes nach“ (AI 25, 17 – 23). Die Vorwürfe an den Vater Jost (kein Kirchenbesuch, Wirtshausbesuche, verlottertes Hauswesen, Holz – und Wildfrevel, vorbestraft, Drohungen an Wildhüter: AI 25, 26 – 26, 8) übertragen sich auf Albin. Albin Indergand  hat einesoziale Krankheit“: „ Bei Gott, der Bub wird nicht der erste noch der letzte sein, über den das Blut Herr wird!“ (Der Präses über Albin: AI 193, 24 ff.) Albin im „Zauberberg“ hat eine „unheilbare Krankheit“ des Körpers (Z 124, 21). Beide sind – in unterschiedlichem Maße - „abgeschrieben“ („komme nicht mehr in Betracht“: Z. 124, 29). Auch für Albin im „Zauberberg“  ergibt sich daraus ein „bißchen Ungebundenheit“ (Z 124, 24). Diese erschöpft sich allerdings in einem pubertären Imponiergehabe: In diese Richtung geht der Hinweis auf das Sitzenbleiben auf dem Gymnasium (Z 124, 25 f.) und auf den „Knall einer Kinderpistole“, mit dem  Albin den Champagner öffnet (Z 862, 7 f.).

Albin Indergands „Traum an der Hüttenwand“  auf seiner Flucht könnte eine Anregung für die Einführung von  Castorps Traum bei der „Schneefahrt“ gewesen sein (AI 183, 22 – 184, 13; Z 738, 14 – 745, 23).

Auch der Vergleich zwischen dem Präses der Gemeinde Anderhalden und Peeperkorn führt auf Gemeinsamkeiten. In den Augen des Pfarrherrn liegt „etwas wie staunende Bewunderung“, „ die des Präses`Erscheinung (Z 837, 33) verdiente. Diese war von fast überwältigender Macht. Sein Leib war gebaut wie ein Baum ( Größe Peeperkorns: „Turm“: Z 845, 29; 829, 23 f.; 837, 19 f.; 840, 19; 853, 10; 880, 15 f.)… Er hatte breite Schultern und eine stolze Brust (Z 871, 15 f.; 882, 27; 909, 28; 916, 27). Seine Glieder waren schwer (Z 866, 6)…“ ( AI 14, 11 – 17). In seinen Aufzeichnungen schreibt der Pfarrherr: „Der Präses! Was für ein Mann dieser  Johann Karl zum Brunnen ist, dieser Präses! An Leib ein Riese – an Geist ? (Diskussion über Peeperkorn: Körper – Geist, Persönlichkeit:  Z 882, 14 – 885, 11)...Der Präses aber redete von den Dingen der großen Welt, als stände er am Staatsruder eines Königreiches, nicht einer Berggemeinde. Hier scheint sein Wille Gesetz; vielleicht, daß der Pfarrherr schwer hat, neben diesem Einzigen zu stehen. .. Ich habe aber noch nie einen Mann von solchem Einfluß auf ein ganzes Volk gesehen! “ (AI 21, 24 – 22, 6; vgl.  Z 840, 23; 860, 5 -  12; 861, 12 - 16) „Ich frage mich,… ob nicht Herrschsucht seine Kraft ausmacht (Peeperkorns „Herrschernatur“: 850, 6; 851,8; 853, 21; 867, 33; 894, 25 – 28; 896, 30; 940, 7 - 13 „Königskoller“: Z 858, 13; 872, 6)…“ (AI 22, 14 – 19). In sein Tagebuch notiert der Pfarrherr ergänzend: „Es ist, wie ich sagte; ich habe in diesem Präses einen seltenen Mann gefunden… Dennoch muß ich lächeln über dieses Präses`einzigartige Stellung. Er ist nicht Präses hier, und  nenne ich ihn König (Peeperkorns  Stellung: Z 838, 31; 839, 20; 893, 9; 893, 20; 905, 25;909, 1; 931, 5; 941, 3;„königlich“: 833, 4; 838, 31; 839, 20; 840, 20; 850, 18;851, 20 f.; 853, 23; 855, 27 f. ; 866, 12; 866, 20; 876, 26; 879, 32; 880, 12;944, 10; „Majestät“: 848, 2; 853, 28; 854, 30; 858, 1; 880, 7), so nenne ich ihn auch dann nicht beim rechten Namen. Ich will ihn den Gemeindepapst  nennen… “ (AI 44, 9 – 21).

 

Nichts Außergewöhnliches ist bei der Schilderung einer Hochgebirgslandschaft die Betonung der Gefahr, die von der Natur ausgeht. Bei Zahn „kommt der Berg“ (AI 214),  ohne Vorwarnung (AI 215, 13 – 16). Im „Zauberberg“ empfängt  die Gebirgswelt „den Besucher auf eigene Rechnung und Gefahr“, und „Gefühle des still bedrohlich Elementaren, des nicht einmal feindseligen, vielmehr des Gleichgültig – Tödlichen waren es, die von ihr ausgingen“ (Z 717, 11 – 18). In Zahns Roman tobt „der Schneesturm, daß es wie Wellen eines erregten Meeres an die Hüttenwände schlug…“ ( AI 110, 27 ff.)  Castorp findet das „Leben im Schnee“  mit „demjenigen  am Meeresstrande in mehrfacher Hinsicht verwandt“ (Z 711, 27 – 712, 9). Das Gelände gleicht mit „seiner Horizontbegrenzung von weichen Erhebungen so auffallend einer Dünenlandschaft“ (Z 723, 26 – 30), er wird an „Seeluft“ erinnert (Z 724, 4). Das Meer liegt im Traume vor ihm (Z 739, 28 f.).  

 

Veröffentlichung:  24.11.07

Autor:  Gerhard Adam 

 

 

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