Inhaltsverzeichnis
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Beitrag 88 - Teil 2
Beitrag 89 - Teil 1
Beitrag 89 - Teil 2
Beitrag 90
Beitrag 91
Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

Das Federmesser hat also einen  Bezug zum Tode. In einem früheren Beitrag („Hans Castorps Mitschüler Pribislav Hippe“) wurde festgestellt, dass „Hippe“ ein „Gartenmesser mit sichelförmiger Klinge“  ist und mythologisch überhöht „Sense des Todes“  bedeutet. Das Federmesser (Messer) mit seinem Todesbezug  in Hamsuns „Mysterien“ gibt Pribislav den Nachnamen Hippe. 

 Auch der Bleistift selbst unterstreicht bei Hamsun diesen Bezug zum Tode:  Karlsen hält ein Stückchen Papier mit einem (selbst geschriebenen) Abschiedswort  in der Hand. Bei der Beerdigung Karlsens setzt sich Nagel  abseits auf eine neue Marmorplatte einer verstorbenen Vilhelmine Meek (M 51, 27 – 32). Nachdem sich Minute zu ihm gesetzt hatte, zog Nagel „einen Bleistift aus der Tasche und fing an, einen Vers auf die Platte zu schreiben“ (M 52, 11 f. 31 ff.; 237, 27 – 30). Der Vers wird später von Minute ausgewischt (M 59, 10 ff.; 124, 5 - 34).

Im „Zauberberg“ könnte diese Verbindung Bleistift/Tod dadurch aufgenommen sein, dass es sich in Castorps Pult um rot lackierte  Bleistiftschnitzel handelt (Zb 188, 18). 

 Eine ausführliche Beschreibung der Bezahlung einer Rechnung findet sich in beiden Romanen (Zb 245, 28 – 247, 19; M 320, 35 – 322, 8; 285, 31).

 Nagel malt sich die Möglichkeit aus, was mit seinem Brief auf dem Postamt passieren könnte (M 135, 12 – 26). Dieses schon dort breit ausgeführte Motiv ist Merkposten  für eine ausgedehnte Darstellung der Postausgabe (Zb 363, 21 – 381, 19) und wird insbesondere  als Hintergrund für ein Gespräch zwischen Castorp und Settembrini ohne Ziemßen benützt (Zb 365, 12 – 381, 19).

 Bei einer Einladung Nagels kommt der „liberale“ Doktor Stenersen auf den Sozialismus und ihre Führer zu sprechen: „Nehmen Sie irgendeinen von den sozialistischen Führern, was waren das für Leute? Zerlumpte und magere Kerle, die in ihrer Dachkammer auf einem Holzstuhl sitzen und Abhandlungen zur Verbesserung der Welt schreiben! Das konnten natürlich ganz anständige Leute sein, wer wollte über Karl Marx etwas anderes sagen? Aber da saß nun dieser Marx und kritzelte die Armut aus der Welt – theoretisch. Sein Kopf hat sich jede Art von Armut, jeden Grad des Elends ausgedacht, sein Gehirn umschließt alle Leiden der Menschheit. Dann taucht er die Feder ein und ist entflammten Geistes und schreibt eine Seite nach der anderen…“ (M 189, 31 – 190, 4).

 Settembrini arbeitet an einer vielbändigen  „Enzyklopädie der Leiden“ (Zb 374, 5) mit, die „den Titel <<Soziologie der Leiden>> führen wird, worin die menschlichen Leiden nach allen ihren Klassen und Gattungen in genauer und erschöpfender Systematik bearbeitet werden sollen“ (Zb 373, 11 – 14). Settembrini wohnt in zwei Kammern des Dachstuhls (Zb 612, 5 – 11) mit einfachem Mobiliar (Zb 612,19; „Plumpe und altmodische Stühle …mit Sitzflächen aus Stroh“: Zb 612, 21 f.). Auch der Titel des von Naphta ausgeliehenen  Buches „De miseria humanae conditionis“ (Zb 611, 32) und Lukaceks Bart   (Zb 612, 1: „sauerbärtig“) erinnern an Karl Marx und an diese Stelle der „Mysterien“.  Die Unterscheidung praktischer – geistiger (theoretischer) Beruf erklärt, warum Settembrini auf dem „Berghof“  bleiben kann, Castorp nicht (Zb 375, 2 – 11). 

 Auf dem Basar bliesen die städtischen Blechbläser „außerordentlich schlecht “ (M 232, 2 f.). Einen Liederabend am ersten Weihnachtstag gestalten „ortsansässige“ Künstler in entsprechender Qualität (Zb 440, 1 – 28).

 Nagel bekommt Besuch einer alten Bekannten namens Kamma. Sie hat Probleme mit ihrer Brust: „Nein, was glauben Sie, was ich für meine Brust tun sollte? Sie ist jetzt kurz vorm Zerplatzen! Glauben Sie nicht, daß ich wieder einen Arzt aufsuchen muß? Aber wie in Gottes Namen soll ich einen Arzt aufsuchen, wenn ich keine Öre besitze?“  (M 177, 12 – 16; 171, 15). Im „Kolloquium über Gesundheit und Krankheit“ (Zb 677, 8 – 705, 26) spricht Settembrini davon, dass der „mitleidig verehrende Gesunde“ schon merke, dass Kranksein kein Ehrenstand sei (Zb 680, 4 - 8): „Das beste Beispiel sei all dies Brustkrankengesindel hier oben mit seinem Leichtsinn, seiner Dummheit und Liederlichkeit, seinem Mangel an gutem Willen zur Gesundheit“ (Zb 680, 1 – 4). Diese Charakterisierung drängt sich schon bei Kamma auf (M 177, 20 – 25).

  Gegen Ende des Festes am Faschingsdienstag  greift ein slawischer Jüngling „mit Ausdruck in die Tastatur des kleinen Nußbaumpianinos“ (Zb 506, 32 f.). Es wird getanzt.  Castorp deutet  zu den „freien Sitzgelegenheiten, die er im kleinen Salon gewahrte, und auf die geschützte Zimmerecke rechts neben der Portiere. Er sagte nichts, vielleicht, weil ihm die Musik zu laut war“ (Zb 507, 4 – 8). Castorp und Chauchat gehen dorthin. Ausführlich werden die Stühle beschrieben, auf die sie sich setzen (Zb 507, 8 – 15). Die Regieanweisung dafür findet sich in den „Mysterien“ (M 93, 9 -25): Am Ende des Festes bei Dr. Stenersen spielt der Student am Klavier Chopin  „oder vielleicht einen Walzer von Lanner…Nagel applaudierte emsig der Musik und sagte zu Dagny: Nicht wahr, wenn man diese Art Musik hört, dann möchte man am liebsten in einem kleinen Abstand davon sitzen, in einem Nebenzimmer oder sonstwo, mit der Hand der geliebten Person in seiner und ganz  und gar schweigen! “ (M  93, 9 – 18). (6) Dagny antwortet: „Ja. Aber es darf nicht zu hell sein; nicht wahr? Und die Sessel sollten möglichst niedrig und weich sein“ (M 93, 23 f.). Chauchat „lag allzu tief in dem Plüschgehänge“ (Zb 507, 15). Castorp hält während der ganzen Szene stellvertretend für Chauchats Hand „ihr Crayon in den Händen“ (Zb 507, 14; 520, 14 f.26).

 Im Gespräch mit einer fiktiven Frau  über das Thema „Große Männer“ schwingt sich Nagel zu der Behauptung auf, dass am größten der sei, „der das Dasein mit dem meisten Grundwert, dem meisten positiven Profit angereichert hat. Der große Terrorist ist am größten, diese Dimension, das unerhörte Hebewerk, das Planeten wuchten kann“ (M 48, 14 – 18). Im Gespräch in Naphtas Wohnung (Zb 593, 4 – 511, 24; Teilnahme Settembrinis ab  595, 9) streicht Naphta die (vorübergehende) Bedeutung des Terrors auf dem Wege zum Erlösungsziel, „der staats- und klassenlosen Gotteskindschaft“ (Zb 609, 10) heraus. Träger des Terrors ist die Kirche (Zb 606, 22 – 607, 6) und das Proletariat (Zb 609, 6 – 10).

 Neben anderer „Modewut“  (Zb 952, 3) wird auf dem „Berghof“ das Briefmarkensammeln betrieben (Zb 952,33 – 953, 9). Nagel treibt angeblich die „Sammlermanie“ um (M 128, 5 ff.;  127, 15 – 18; „Kuhglocken“: M 128, 17; 223, 37; 224, 3).

 Ellen berichtet von einer Erscheinung, die sie als sechzehnjähriges Mädchen an einem Tisch im elterlichen Hause hatte (Zb 998, 29 – 999, 13): „Der Tisch war mit einer bunten Decke, einem solchen türkischen Schal, wie alte Frauen ihn dreieckig trugen, bedeckt gewesen: übereck, mit kurz hängenden Zipfeln hatte er auf der Platte gelegen. Und plötzlich hatte Ellen gesehen, wie der Zipfel ihr gegenüber sich langsam aufgerollt hatte: still, sorgfältig und regelmäßig war er aufgerollt worden, ein gutes Stück gegen die Mitte der Tischplatte hin, so daß die Rolle schließlich schon ziemlich lang gewesen sei; und während dies geschehen, hatte Freia, wild auffahrend, mit angestemmten Vorderbeinen und auf gesträubtem Fell sich auf die Keulen gesetzt, war heulend ins Nebenzimmer gestürzt,…“ (Zb 998, 33 – 999, 11).   

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