Inhaltsverzeichnis
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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

 „Ich (sc. Icherzähler Hamsuns) habe gelesen, die Slawen hätten vorstehende Backenknochen, und das haben diese auch, die großen Backenknochen machen ihre Gesichter Pferdegesichtern ähnlich, aber sie waren interessant anzusehen“ (M 14, 24 – 27). Der Icherzähler betrachtet die Kirgisen, die „dunkelgelben, etwas schiefäugigen Menschen “ (M 28, 34 f.).

 Die breiten Backenknochen und schmalen Augen (oder andere Bezeichnungen) sind ständige „epitheta ornantia“ Chauchats ( Zb 119, 24; 133, 30 f.; 140, 23 f.; 212, 12 f.; 217, 30; 223, 19 – 224, 10; 313, 14; 318, 8; 322, 11; 347, 7; 350, 13 ff.; 354, 25;365, 6 ff.; 376, 31; 390, 30 – 391, 18; 505, 24; 721, 4 -10; 836, 23; 878, 30; 898, 21; Hippe: Zb 184, 20 – 28; 187, 1: „Kirgise“). Ferge erzählt von der „Menschenart“ im russischen Reich, „von dem asiatischen Einschuß ihres Geblütes, den vortretenden Backenknochen, dem finnisch – mongolischen Augensitz“ (Zb 472, 22 – 26).

Chauchat war während ihrer Abwesenheit vom „Berghof“ in Baku (Zb 844, 26).

 Hamsun feiert Kaukasien „als Wiege der Menschheit, hier war Prometheus an den Felsen geschmiedet, dort draußen bei Baku ist das ewige Feuer, hierher kamen eine Menge Juden aus der babylonischen Gefangenschaft und siedelten sich hier an, und hier in der Nähe ist auch der Berg Ararat, der freilich in Armenien liegt, aber von hier aus zu sehen ist“ (M 60, 4 – 10).Eine Weiterführung dieser Stelle ist Settenbrinis Verteidigung der „Hybris der Vernunft“ (Zb 539, 17 – 22), unter Verweis  auf höchste Menschlichkeit, Prometheus und Luxusarche (Titanic statt Arche Noah).

 Die Königin Tamara von Kaukasien wird erwähnt (M 65, 2 f.; 121, 35; auch 180, 34:Tamarus Burg). Die„humoristische Wollhaarige“  vom guten Russentisch, Tamara, gehört zum engeren Zirkel Chauchats (Zb 219, 5 f.;  319, 6 f.; 496, 14). 

 Kaukasier haben Zeit: „Freilich kennt der Kaukasier nicht die Hausse und Baisse der New Yorker Börse, sein Leben ist kein Wettlauf, er hat Zeit zu leben und kann sich seine Nahrung von den Bäumen schütteln oder sein Schaf schlachten, um davon zu leben“ (M 102, 14 – 18).Besonders beim Musizieren kennen sie keine Zeit (M 84, 23 – 33: „Schalmeigeflöte“; 42, 11 – 19)
Settembrini spricht von der „Freigebigkeit, diese barbarische Großartigkeit im Zeitverbrauch“, von der „Nonchalance dieser Menschen im Verhältnis zur Zeit“. Es sei „asiatischer Stil“. Dagegen setzt er ein (europäisches)„Carpe diem“ im  „Dienste des Menschheitsfortschritts“ (Zb 369, 1 – 21). Beim traumhaften Hören des zweiten Stückes am Grammophon sitzt Castorp, „der junge Faun“  (Zb 980, 9 f.: „Hans mit den Bocksbeinen“, sc. Pan) „sehr glücklich auf seiner Sommerwiese… Hier herrschte das Vergessen selbst, der selige Stillstand, die Unschuld der Zeitlosigkeit: Es war die Liederlichkeit mit bestem Gewissen, die wunschbildende Apotheose all und jeder Verneinung des abendländischen Aktivitätskommandos, und die davon ausgehende Beschwichtigung machte dem nächtlichen Musikanten die Platte vor vielen wert.-“ (Zb 980, 17 – 27).

 In seinem Exkurs über die russische Dichtung und Ibsen (M 127, 35 – 136, 6) weist Hamsun auf  Unterschiede zwischen Turgenjew und Dostojewski/Tolstoi hin: „Turgenjew war kein starkes Gehirn, aber ein gutes Herz. Er glaubte an Humanismus, Schönliteratur, westeuropäische Entwicklung. Daran glaubten auch seine französischen Zeitgenossen, aber nicht alle seine russischen, einige von diesen, wie Dostojewski und Tolstoi machten einen Knick in seine Geradlinigkeit. Wo der Westeuropäer das Heil sah, sahen diese Hoffnungslosigkeit. Und sie verfielen der unmodernsten Gottesanbetung der siebziger Jahre: der Anbetung Gottes. Iwan Turgenjew blieb standhaft, er hatte nun einmal den klaren Weg gefunden, den alle Mittelmäßigkeit damals fand, und der Weg paßte ihm, und er ging ihn“ (M 128, 10 – 22). Nimmt man „kein starkes Gehirn“ weg, weist diese Beschreibung Turgenjews voraus auf Settembrini und gibt ihm das Programm vor. An Naphta fühlt man sich erinnert, wenn  Dostojewski  als „Fanatiker, als Wahnsinniger, als Genie “ bezeichnet wird,  mit der „reizbare(n) Hartnäckigkeit eines kranken Genies, die er herausschrie, herauszischte“ (M 128, 31 – 37). Auf jeden Fall findet sich hier das (schon traditionelle) Thema „ Krankheit – Genie“  des Disputs  zwischen Settembrini und Naphta im „Zauberberg“ (Zb 700, 22 – 702, 4). 

 Anmerkungen:

 1.        Knut Hamsun, Im Märchenland, in: Gesammelte Werke Sechster Band, Deutsche Originalausgabe besorgt und herausgegeben von J. Sandmeier, Albert Langen Verlag München, o.J. Abkürzung: M.
Vgl. Beitrag „Holger“.

2.      Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1(Textband) -2(Kommentarband) – M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002.
Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Abkürzung: Zb.

Veröffentlichung:   18.10.08
Autor:   Gerhard Adam

 

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