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Beitrag 90
Beitrag 91
Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

 Die„pastorale“, reformatorische Herkunft Settembrinis lässt sich an einigen Stellen aufzeigen. So spricht etwa Settembrini ein theologisches Hauptproblem der Reformation, die Werkgerechtigkeit,  an, nachdem er von den Besuchen Castorps und Ziemßens bei Moribunden gehört hat (Zb 467, 14: „Rechtfertigung durch gute Werke“). Settembrini setzt sich mit Protestantismus und Katholizismus kritisch auseinander. Das „Wendisch – Slawische – Sarmatische“   in Luthers Persönlichkeit führt zur „Ruheseligkeit und der hypnotischen Versenkung“  im Protestantismus. Settembrini  wittert darin ein Vollzugsdefizit des europäischen Lebensgesetzes des Tätigseins (Zb 778, 24 – 779, 18). Ein Versuch, den Namen Settembrini zu erklären („Siebenfrost“) und in einen biblischen Zusammenhang zu stellen, wurde in einem früheren Beitrag unternommen. (17) Auch  Castorp partizipiert noch  am protestantischen Pastor: Er könnte sich vorstellen ein solcher zu sein (Zb 168, 23 ff.; 571, 6 ff.).

Dass Thomas Mann die Reformationszeit Lübecks im Blick hat, wird auch an einem anderen Namen deutlich, nämlich an Wilms. Im „Zauberberg“ taucht der Name Wilms im Namen der Firma auf, in die Hans Castorp eintreten soll: Tunder & Wilms (Zb 56, 1).

Der Prediger zu St. Aegidien in Lübeck, Andreas Wilms,  muss sich vor dem Domkapitel rechtfertigen, weil er Luthers Theologie predige. Er wird mit zwei anderen (Walhoff und Frünt) aus der Stadt verwiesen (1528).  Auf Druck der wachsenden Zahl der „Martianer“ können sie im Januar 1530 zurückkehren und wieder predigen. Dabei stellt der schon oben genannte Domherr Engelbert Castorp auf Rats – und Bürgerbeschluss  Wilms seine Kirche St. Peter  zur Verfügung (18). Auch hier wieder ein historisches Fundament für die literarische Verbindung  Castorp – (Tunder &) Wilms.

Hinter Tunder verbirgt sich eine evangelische Persönlichkeit aus späterer Zeit:  Franz Tunder (1614 – 67) war ein bedeutender Organist an der Marienkirche in Lübeck und Komponist (19). Nach seinem Tode bewarb sich Dietrich Buxtehude (1637 – 1707) um die Nachfolge, wurde gewählt und erhielt damit „das für den gesamten Ostseeraum maßgebliche km. (sc. kirchenmusikalische) Amt“. Er heiratete Tunders jüngere Tochter  (1668). (20) Die Nennung des Namens Tunder eröffnet also neben demTheologen den Blick auf die evangelische Kirchenmusik. (21)

 
Anmerkungen:

 1.       Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1(Textband) -2(Kommentarband) – M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002.
Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Abkürzung: Zb.
2.       Johannes Bugenhagen: www.reformator-bugenhagen.de
3.       Vgl.  Kommentarband, s. Anm. oben, . S. 139.
4.       Zur Geschichte des Katharineums: www.katharineum.de
5.       Der Beitrag stützt sich auf: Heinrich Schreiber, Die Reformation Lübecks, Halle 1902  (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 72); Wilhelm Jannasch, Reformationsgeschichte Lübecks vom Petersablaß bis zum Augsburger Reichstag 1515 - 1530, Lübeck 1958 (Veröffentlichung zur Geschichte der Hansestadt Lübeck 16).
6.       Schreiber, S. 73.
7.       Schreiber, S. 47, 58, 66). 
8.       Jannasch, S. 101, 37 – 102, 7 mit Anlage 49 (S. 370).
9.       Zur Stellung eines Dekans: Jannasch, S. 28.
10.   Schreiber, S. 9.
11.   Jannasch, S. 351.
12.   Schreiber, S. 5.
13.   Vgl. Beitrag: Spuren im „Zauberberg“: Knut Hamsun, Kinder ihrer Zeit (1913).
14.   Vgl. Beitrag: Spuren im „Zauberberg“: Knut Hamsun, Segen der Erde (1917). Der Name Ellen „Brand“ unterstreicht das Ergebnis.
15.   Zitat und Stellennachweis im Kommentarband, s. Anm. oben, S. 93 f.
16.   Vgl. Beitrag: Hans Castorp, in re Brotsack. Das „Baltische“ Bunges lässt sich mit dem Einfluss Bugenhagens und der Hansestadt Lübeck auf die baltischen Gebiete erklären.

17.   Vgl. Beitrag:  Hans Castorps Vetter Joachim und die Geschichte Israels.
18.   Jannasch, S. 279 f.
19.   Zu Franz Tunder: Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), dtv 1989, Band 13, Sp. 976 – 979.
20.   Zu  Dietrich Buxtehude: MGG, Band 2, Sp. 548 – 571.
21.   Das wird auch deutlich durch eine Namensliste von 1909 in den Notizbüchern Thomas Manns, auf die der Kommentarband hinweist (S. 68, 129, 130, 137). Folgende Namen sind in der Liste verzeichnet: „Nachnamen: Tunder, Buxtehude, Schiefferdecker, v. Königslöw, Velten, Wilms, Achsenbrügge, Bugenhagen, Castorp, Crummedyk, Tienappel . Vorname: Lothar“. Zitat in: Thomas Mann Notizbücher 7 - 14. Hg. v.. Hans Wysling und Yvonne Schmidlin. Frankfurt/Main 1992, S. 177 (Notizbuch 9, Nr. 51). Johann Christian Schiefferdecker (1679 – 1732) und Johann Wilhelm Cornelius von Königslöw (1745 – 1833) sind Organisten und Komponisten in Lübeck. 

Veröffentlichung:  23.11.08
Autor:   Gerhard Adam

 

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