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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

 Literaturhinweise für den Verfasser des „Zauberbergs gibt eine kleine Büchersammlung innerhalb der Bibliothek der Lucia (SG,  6. Kap., S. 286, 4 – 22): „Von den Blättern des heiligen Augustinus bis zu Rousseau und Goethe fehlte keine der wesentlichen Bekenntnisfibeln…“ 

 Der Ausdruck „Tous – les – deux“ (Zb 65, 13; 66, 2.18) geht auf Kellers „Martin Salander“ zurück (MS  XVIII, S. 668, 29). Die Zwillingsbrüder und Notare Isidor und Julian werden des Betrugs überführt. Isidor ist schon verhaftet, Julian auf der Flucht. Ihre Mutter Amalie Weidelich wird bettlägrig und von der Schwägerin Marie Salander besucht: „Marie setzte sich auf den Stuhl, der neben dem Bette bereit stand. Sie ergiff die eine Hand, welche der Bewegung fähig war und den Druck schwach erwiderte, und fragte mit einigen tröstenden Worten nach dem Befinden der Schwergeprüften. Diese drehte die Augen nach ihr und sah sie groß an. Sie sagte nichts als: „Beide hin!“ Das war ihr geläufig.“ (S. 668, 23 – 29). „Tous – les – deux“ ist „das einzige, was man von ihr (sc. der Mutter der beiden moribundi) zu hören bekommt “(Zb 65, 13 ff.). (5)

Die Zwillinge sollen ungleiche Hüte tragen, damit die Schwestern Setti und Netti ihre Liebhaber auseinanderhalten können (MS VIII, S. 541, 6ff.). Als weiteres Unterscheidungsmerkmal dienen die Ohren (MS VIII, 541, 12 – 16; 542, 14 ff.;  vgl. auch MS VII, 533, 28 - 42). Nun sind Joachim und Castorp  „nicht die siamesischen Zwillinge“ (Zb 382, 9 f.; vgl. auch SG, 10. Kap., S. 378, 18), sondern nur Vettern (Joachim ist zudem „Stiefschwestersohn“:  Zb 56, 9). Trotzdem werden diese  Differenzierungsmerkmale der Weidelich - Zwillinge übernommen:   Joachim geht im Unterschied zu Castorp „ gewöhnlich ohne Hut“  (Zb 167, 5) und er  hat „abstehende Ohren“ (Zb 16, 11; 805, 27 ff.).(5) Die Verbindung „Hut“ und „Ohren“, die schon beim  Stelldichein der Schwestern und Zwillinge erfolgt, wird im „Zauberberg“  bei der „Erscheinung“ Joachims aufgenommen:Sein kleiner Kummer von ehedem, die abstehenden Ohren waren erkennbar auch unter der Kopfbedeckung, der sonderbaren Kopfbedeckung, auf die man sich nicht verstand“ (Zb 1032, 28 – 31). Joachims Kopfbedeckung wird als „Kochtopf“ bezeichnet (Zb 1033, 8). Warum Joachim „abstehende“ Ohren hat, wird nun deutlich:  Die abstehenden Ohren Joachims sind die Henkel des Kochtopfs.

Schon Gottfried Keller treibt sein Spiel mit Hüten. Jakob Weidelich trägt den Hut seiner Frau in der Hand „wie einen Henkelkorb am Bande“ (MS XVI, S. 650, 49). Zur Unterscheidung tragen die Zwillinge verschiedene Hüte: Julian „einen schwarzen Filzhut, breit wie ein Wagenrad, dieser (sc. Isidor) ein Hütlein wie ein Suppenteller“ (MS X, S. 557, 47 f.).

Zur weiteren  Erklärung der Ausgestaltung des toten Soldaten Joachims  muss die Schilderung der Teilnahme des Reformators Ulrich Zwingli am Kappeler Krieg herangezogen werden (ZN „Ursula“, S. 260, 25 – 41; 262, 8 – 20): „Der schlanke Mann (sc. Ulrich Zwingli) trug über dem langen Gelehrten- oder Predigerrocke einen guten Stahlharnisch, seinen Kopf schützte ein eigentümlicher runder Stahlhut mit breitem Rande…“ (S. 260, 28 – 31). Joachim ist nicht in Zivil, trägt aber auch keinen richtigen Waffenrock. Ein Kreuz sitzt irgendwo. Seine Kopfbedeckung wirkt „altertümlich und landsknechthaft und kriegerisch kleidsam“ (Zb 1033, 10 f.).

 Folgende Übereinstimmungen sind erkennbar:

 Joachim stirbt  im Bett ohne Feindberührung  als „Held“ (Frau Stöhr: Zb 813, 2). Joachim „gehörte der Erde“ (Zb 801, 11; „Erdmann“: Zb 801, 16).
Zwingli ist beim Kampfe dabei, aber passiv: „Er hatte nicht geschlagen, sondern war nur mannhaft bei den Seinigen im Gliede gestanden, um zu dulden, was ihnen bestimmt war“ (ZN „Ursula“, S. 262, 9 ff.). Ein Schlag durch den Helm hielt ihn „an der Mutter Erde“ fest (S. 262, 13). Zwingli hat „sein Amt als ein Held“ verwaltet (ZN „Ursula“, S. 262, 16; auch 262, 26).
Hansli  Gyr und Hans Castorp nehmen  aktiv am Kampfe teil  (ZN „Ursula“, S. 260, 8 – 262, 49; Zb 1080, 22 – 1084, 32).

 Der Name Salander lässt sich in das lat. sal und griech. „anär, andros“ zerlegen, heißt also Salzmann (Zb 98, 13). Martin Salander ist 7 Jahre fort (MS I, S. 472, 37; MS II,  478, 36. 45 ff.: 7 Jahre und drei Monate; 482, 3; 484, 11; 485, 19; III, S. 495, 6; V, S. 505, 17; 506, 8). 

 Die Erkenntnis, dass bei dem Namen Castorp auch „Brotsack“ mitzulesen ist, zeigt uns erst die Relevanz von  Settis Traum im Roman „Martin Salander“ zum „Zauberberg“ (MS  XIII, S. 605, 12 – 45).

„Es war mir, als sei ich ein kleines Kind, das auf der Landstraße wandert und nicht weiß, wohin. Am Arme trug ich ein Säcklein, worin sich ein Apfel und ein Stück Brot befand. Ich hatte Hunger und setzte mich auf einen Stein; allein das Säcklein war so fest zugeschnürt mit einem verwickelten Knoten, daß ich nicht zu dem Brote gelangen konnte und mir sehr weinerlich wurde.Da sah ich plötzlich mir gegenüber ein Haus in einem prächtigen Blumengarten, in welchem Musik ertönte und ein großes Tellerklappern und Gläserklingen, und denkt euch! an eines der offenen Fenster traten ein Herr und eine Frau mit Blumensträußen in den Händen, und das war niemand anders als Herr und Frau Salander, die Hochzeit hielten; jung und sehr hübsche Leute waret ihr und sahet, daß ich mein Säcklein nicht auftun konnte und dazu weinte; so rieft ihr mich zu euch hinauf. Ich kam sogleich, und der Vater sagte: „Zeig‘ her dein Säckchen, wir wollen dir’s aufmachen.“ Du löstest den Knoten und hieltest es geöffnet der Mutter hin …“ (S. 605, 15 – 31).

Ohne in tiefenpychologische Betrachtungen einzutreten, sind fünf Positionen anzusprechen, die in weitem Sinne Anregungen für den „Zauberberg“ geben.  Die Ähnlichkeit der Namen Setti und Settembrini  überrascht, ebenso das Säcklein mit Brot =  Brotsack Castorp und  der Apfel =Tienappel. Setti bringt aus ihrem Säckchen das Brot nicht heraus, Settembrini glückt es nicht, Brotsack Castorp zur Arbeit zu bringen (Zb 1080, 9). Der kleinen Setti helfen die Eltern, Castorp ist sehr früh „Doppelwaise“ (Zb 299, 25; 303, 20 ff.). Setti ist physisch bedroht: Sie hat Hunger und kommt nicht an das Brot. Castorp ist in Gefahr, die „Lebensform, für die er geboren ist“ (Zb 302, 5 f.), zu verlieren. 

 Anmerkungen: 

1.   Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1(Textband) -2(Kommentarband) – M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002.
Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Abkürzung:  Zb.
Gottfried Keller, Sämtliche Werke in zwei Bänden. Zweiter  Band. Droemersche Verlagsanstalt München 1953.
Abkürzungen: Züricher Novellen: ZN; Das Sinngedicht: SG;  Martin Salander: MS
2.   Vgl. Zitat Hauptmanns in: Kommentarband, s. Anm. oben, S. 98.
3.    Vgl. Beitrag: Hans Castorps Vetter Joachim und die Geschichte Israels.
4.    Vgl.  etwa Xavier Leon Dufour, Wörterbuch zum Neuen Testament, S. 240 ff., Kösel-Verlag München 1977.
5.     Zu „Tous-les-deux“ vgl. Beitrag: Spuren im „Zauberberg“: Knut Hamsun, Kinder ihrer Zeit (1913).
6.    Weitere Stellen zu Hut: Zb 14, 29; 65, 4 f.; 66, 24 – 27; 67, 1 f.; 67, 26 (Federhut);  85, 3 – 9; 85, 15 (Kappe);  113, 20 f.; 146, 19 (barhäuptig); 356, 10 – 15; 486, 25 ff.; 639, 1 f.: Beim Abschied trägt Joachim einen Hut, Castorp nicht.  
Ohr: Zb 35, 17 (Ohrringe); 192, 18 – 21; 193, 13 f.; 196, 10 ff.; 204, 33 (Ohrringe); 796, 5 f.;  864, 22; 941, 14 ff.; 991, 22 ff.; 1017, 23; 1032, 28 – 31.

Veröffentlichung:   19. 03. 09
Autor:  Gerhard Adam

 

              

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