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Beitrag 91
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Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
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Mylendonk - Paravant
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Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

           Spuren im „Zauberberg“: Thomas Platter, Lebensbeschreibung (1572)

Im folgenden Beitrag geht es darum, zu den vielen Vorlagen, die für das Unterkapitel „Schnee“ (Zb 706, 3 – 751, 4) nachgewiesen wurden, eine weitere zur Diskussion zu stellen. Bei Thomas Platter gibt es hintereinander zwei Berichte über Bergwanderungen, die Beziehungen zum „Zauberberg“ nahelegen
(1). Der Text soll hier wiedergegeben werden. 

„Als ich wieder heimzog, hatte ich meiner Schüler einen bei mir, der konnte mir auf dem Berg Grimsel nicht gut folgen. Es fing an  schneien und regnen und war streng kalt, daß wenig gefehlt hätte, wir wären beide erfroren; doch dieweil  ich der Berge Art wußte, sagte ich zu dem Knaben, er solle sich nicht setzen, sondern immerzu gehen. Ich ging etwa einmal weit voran, daß ich mich erwärmte, und lief dann wieder zurück zu dem Knaben, bis wir so mit der Hilfe Gottes zu dem Spital kamen, das ist ein Wirtshaus auf dem Berg, da findet man gut zu essen und trinken. Dies war vor der Mitte August.

Ein andermal bin ich auch über denselben Berg gezogen, und da ich allein war und noch der Berge Art nicht wußte, ward ich auf dem Berg mutlos und müd, setzte mich nieder und wollte ruhen. Da war mir seltsam um mein Herz, es kam mich eine liebliche Wärme an und ich entschlief, die Arme auf meine Knie gelegt. Da ist ein Mann zu mir gekommen, hat mir auf jede Achsel eine Hand gelegt, mich erweckt und gesprochen: Ei, was sitzest du da? Steh auf und geh! Wo der Mann hingekommen ist, weiß ich nicht, ich mochte weit hinauf und hinab sehen, aber ich sah keinen Mann mehr. Da stand ich auf, nahm aus meinem Säcklein  ein Stück Brot und aß. Als ich nun das etlichen Leuten, die sich der Sachen mit den Bergen verstanden, erzählte, sagten sie, ich wäre soviel als tot gewesen, denn wenn einer gar übel friere auf den Bergen und sich aus Ohnmacht setze, so erwarme er, und das Blut laufe einem vom Herzen in das Antlitz und die äußeren Glieder, das vorher bei dem Herzen war, als ihn fror; dann aber, wenn man sich setze, so laufe das Blut vom Herzen und es sterbe der Mensch. So kann ich mir nicht anders denken, als Gott habe mich beim Leben erhalten, wie denn auch die Leute zu mir sagten. Denn kein leichterer Tod ist denn Erfrieren; daher man denn manchmal die Leute findet sitzen auf den Bergen, als wenn sie schliefen und sind tot. Darum wenn sie etwa auf den Bergen übernachten und diese Gefährde wissen, so nehmen sie einander bei den Händen und gehen die ganze Nacht, wenn es schon finster ist, in einem Ring umher, bis es wieder Tag wird “ (Tpl 97, 20 – 99, 6).

 Auffällig ist hier zunächst das Erreichen eines Spitals, eines Wirtshauses auf dem Berg, in dem man gut essen und trinken kann. Spital führt zum Sanatorium „Berghof“ mit seinem guten Essen. Die Welt, in der Castorp bei der Schneefahrt eintaucht, hat „nichts Wirtliches“ (Zb 717, 12), die (wiedergefundene) Hütte  die „Illusion einer gewissen Wirtlichkeit“ (Zb 734, 18 f.). 

 Im ersten Bericht handelt es sich um einen Schüler und den Lehrer Platter, die zusammen über den Berg heimziehen.Im ganzen „Zauberberg“  lässt sich das pädagogische Verhältnis Settembrini – Castorp nachweisen,insbesondere aber im Unterkapitel „Schnee“: Settembrini wird dort in seiner Rolle als Pädagoge stark betont (Zb 716, 6 f.;719, 27.33; 721, 12 f.; 736, 15 – 18; 746, 24; 747, 20). Nun ist Castorp bei seiner Schneefahrt zwar allein. Die Möglichkeit, dass  Settembrini  mitkommt, wird im „Zauberberg“ gesehen und ausdrücklich zurückgewiesen: „Auch in die Berge würde ich(sc. Settembrini) Sie begleiten, würde mit Ihnen fahren, Flügelschuhe an den Füßen, wie Mercurio, aber ich darf es nicht…Eh, dürfen! Ich täte es schon, wenn ich es nur >nicht dürfte<, aber ich kann`s nicht, ich bin ein verlorener Mann.“ (Zb 714, 18 - 22). 

 Settembrini ist gleichwohl fiktiv anwesend. Castorp vernimmt sein Hörnchen  „zum Zeichen, der rednerische Erzieher nähere sich in großen Märschen, um den Schmerzenszögling, das Sorgenkind des Lebens aus seiner tollen Lage zu befreien und heimzuführen…“ (Zb 736, 17 – 20). Platter läuft im Schnee weit vor und wieder zurück zu dem Knaben. Der Vergleich mit Mercurius (Hermes) stellt sich schon bei dieser Form der Begleitung ein, aber auch die Person Platter selbst führt in den Bereich der lateinischen (griechischen) Mythologie:  Platter hat  „ latinam, graecam und hebraicam linguam“ studiert (Tpl 77, 17 f.). (2)

 Das im „Zauberberg“ zitierte Buch (Zb 732, 18; 734, 5;  737, 13; 749, 29) erweitert als pädagogisches Hauptinstrument das bei Platter/Schüler vorgezeichnete pädagogische Verhältnis und konkretisiert das Wissen der „etlichen Leute(n), die sich der Sachen mit den Bergen verstanden“ (Tpl 98, 17 f.).

 Platter  kennt  „der Berge Art“. Im „Zauberberg“ wird daraus „ die modifizierte Erlebnisart von einem, der im Gebirge in einen Schneesturm gerät und nicht mehr heimfindet“ (Zb 730, 14 ff.)

 Lehrer Platter sagt zum Knaben, er solle sich nicht setzen, sondern immerzu gehen. Das überlebensnotwendige Herumgehen im Ring bei Platter wird  zu einem „albernen Bogen“ (Zb 734, 5 – 9; 735, 16).

 Das Herz, bei Platter in seiner Funktion „körperlich“ beschrieben (vgl. dazu Zb 749, 3 f.), wird im „Zauberberg“  mit Emotionen beladen und zum Sympathieträger (Zb 720, 25 – 29; vgl. 729, 11 – 14; 730, 31; 749, 2 – 6). 

 Von Platters Mann – Episode her lässt sich Castorps Schütteln der Schultern und der Blick dahin und dorthin“ erklären (Zb 749, 18 ff.). Platters Mann wird in Castorps Innere verlegt:  „Allein, daß es schlimm war, unter dem Gesichtspunkt seines Davonkommens, war eine reine Feststellung der kontrollierenden Vernunft, gewissermaßen einer fremden, unbeteiligten, wenn auch besorgten Person“ (Zb 730, 7 – 10). Castorp „machte Anstalt, sich niedersinken zu lassen, als ihn die Einsicht durchfuhr, ihn sozusagen beim Kragen nahm und aufrecht hielt“ (Zb 737, 9 ff.). Der Antrieb, den Castorp sich durch sein „Traumwort“ schafft, richtet ihn vollends auf (Zb 749, 2 – 17).

Der Mann spricht Platter an: „Ei, was sitzest du da? Steh auf und geh!“ Die Leute und Platter denken, Gott habe ihn gerettet. Natürlich wird hier angespielt auf das  Jesus - Wort bei der Heilung eines Gelähmten (Mt. 9, 1 – 8; Mk 2, 1 – 12): „Steh auf, hebe dein Bett auf und geh heim“ (Mt. 9, 6). 

Bei der „besorgten Person“ wird man zunächst an Settembrini denken mit seinem Ruf „ragione“ (etwa Zb 504, 2 f.) und der wiederholten Aufforderung im Roman, Castorp solle vom „Berghof“ weggehen.  

Fast die gleiche Sentenz wie Platters Mann gebraucht Behrens. Nach seiner dreiwöchigen Bettruhe will Castorp aufstehen.  Behrens erlaubt das: „Na, Castorp, dann will ich ja auch nicht so sein und will Sie der menschlichen Sozietät zurückerstatten. Stehen Sie auf und wandeln Sie, Mann. In den gegebenen Grenzen und Maßen natürlich. Wir machen nächstens Ihr Innenkonterfei. Vormerken!“ (Zb 309, 19 – 23). Behrens weist  Dr. Krokowski an, „ indem er mit seinem riesigen Daumen über die Schulter auf Hans Castorp deutete und den bleichen Assistenten mit seinen blutigen, tränenden blauen Augen ansah …“ (Zb  309, 23 – 26).

Diese Stelle muss ohne Zweifel auf die „Schneefahrt“ und auf Platter hin gelesen werden. Neben der Sentenz werden auch die Schultern erwähnt. Die Ergänzung „Mann“ lässt sich mit der durchgehaltenen burschikosen Art von Behrens erklären, kann aber gesucht sein.  Warum wird aber hier erwähnt, dass die Augen von Behrens „blutig“ sind?

Aufschluss kann eine andere Stelle geben, die eng dazugehört. In einem Traum Castorps setzen sich die Lehrerin Fräulein Engelhart („flaumige Röte“, Zb 208, 4) und Miß Robinson, die immer „ihren blutroten Hagebuttentee trinkt“ (Zb 127, 31 f.; 70, 7; 71, 15) und „verfrorene“ Finger hat, „rechts und links auf die Schultern“ von Behrens, der sie zu sich pfeift (Zb 140, 7 ff.).

Die Entstehung dieser Allegorie kann man aus unserer Stelle bei Platter erklären:

Die Hände von Platters Mann, die sich auf beide Achseln legen, werden im  Traume Castorps in die beiden blutgierigen Todesvögel  Engelhart und Robinson transformiert, die (normalerweise) im Speisesaal rechts und links von Castorp sitzen, also (schon) an der rechten und linken Achsel  Castorps ( Zb 105, 32; 69, 31 – 70, 7). Der „Schattenfürst“ Behrens (Zb 714, 19) pfeift die beiden Vögel auf seine Schultern zurück mit den „blutigen“ Augen der Krankenszene, bei der Castorp die Erlaubnis erhält aufzustehen.
Mit der Übernahme und Umdeutung des Platter – Mannes („Gott“) in den „Schattenfürsten“ Behrens wird  die Bergwanderung Platters zur Schneefahrt in das Schattenreich (Unterwelt; vgl. auch Hinweis auf „Mercurio“: Zb 714, 20), aus dem Castorp (wie Platter) heil herauskommt.

 Auf den Bergen findet man Leute, die sitzen und tot sind. Damit ist für den „Zauberberg“ das Stichwort gegeben, die Toten zu beschreiben:

Castorp fürchtet, er solle „hier zum Schneemann erstarren, seinen Stock steif in der Hand“ (Zb 727, 6 f.). Settembrini finde ihn „ hier mit Glasaugen hocken, eine Schneemütze schief auf dem Kopf…“ (Zb 729, 29 f.). „Manchmal“ findet man bei Platter Leute, die tot auf den Bergen sitzen.Damit ist der winterliche Friedhof des „Zauberbergs“ im Blick: „ Die Stille, Abgeschiedenheit, Ungestörtheit des Ortes schien tief und heimlich in mancherlei Sinn: ein kleiner, steinerner Engel oder Puttengott, der, eine Schneemütze etwas schief auf dem Köpfchen, irgendwo im Gebüsche stand und mit dem Finger die Lippen schloß, mochte wohl als sein (sc. des Friedhofs) Genius gelten“  (Zb 486, 17 – 22). Die „Totenstille“ (Zb 716, 11), das  „bodenlose Schweigen“  (Zb 717, 11), die „Urstille“, die  „tödlich lautlose(n) Winterwildnis“ (Zb 717, 28 f.) bei der „Schneefahrt“  nimmt diese Friedhofsstimmung mit. (4)

 Platter isst aus einem Säcklein ein Stück Brot. Für uns ist das eine weitere Bestätigung dafür, dass „Brotsack“ Castorp Portwein  (Porter = Retro – P) mitnimmt und trinkt (Zb 722, 15;  735, 33 – 736, 11; 737, 16 – 20; 749, 7). (5) 

 Als Ergebnis können wir festhalten: Neben dem Märchen „Galgenmännlein“ gehört diese Textstelle Platters in die Frühphase der Konzeption des „Zauberbergs“.

Anmerkungen:

 1.  Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1(Textband) -2 (Kommentarband) – M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002.
Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Abkürzung:  Zb. Zu den Vorlagen vgl. Kommentarband, S. 304 f.
Thomas Platter, Lebensbeschreibung in: Erlebnis und Bekenntnis. Eine Sammlung von Selbstbiographien, hrsg. von Otto Fischer,  Martin Mörikes Verlag, München 1911.
Abkürzung: Tpl
Thomas Platter wird in der „Literaturliste“ von Gottfried Keller genannt (zitiert in Beitrag Spuren im „Zauberberg“:  Ulrich Bräker, Der arme Mann im Tockenburg).

2.  Vgl. Hunger, a.a.O., s.v. „Hermes“, S. 223: Hermes (Mercurius) „wurde nicht nur zum Schutzherr(n) der Wanderer und Reisenden, sondern verband auch als Götterbote wie bei Homer Himmel und Erde und geleitete  als Psychopompos (= Seelengeleiter) die menschlichen Seelen aus dem Diesseits ins Jenseits“.

3.   Die gegenteilige Tendenz etwa im Gespräch Castorp – Chauchat (Zb 519, 21 – 520, 12).

4.   Auch der Name der Protagonistin des Friedhofsbesuchs Karen Karstedt ist etymologisch mit winterlichen Zuständen verbunden: Kar ist eine „durch Gletscherwirkung entstandene Mulde an Gebirgshängen“ (Wahrig, a.a.O., s.v. „Kar“, S. 714). Kar ist auch die „Wehklage, Trauer“ (vgl. Wahrig, a.a.O., s.v. „Karfreitag“, S. 716). Karstedt bedeutet "Stätte des Wehklagens". Beim ersten Frühstück hatte Castorp „nicht das Gefühl, sich an einer Stätte des Jammers zu befinden“ (Zb 71, 20 f.) Schon hier also ein Hinweis auf den Friedhof.

5.    Zu diesem Problem der Beitrag:  Spuren im „Zauberberg“: Hans Castorp, in re Hans Brotsack“.

Veröffentlichung:  13.06.09
Autor: Gerhard Adam


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