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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

                     Spuren im „Zauberberg“: Jack London, Martin Eden (1909)

Aussehen und Biografien der beiden Romanfiguren Brissenden und Naphta weisen Gemeinsamkeiten auf.

Brissenden hat eine fein gebogene Nase (ME II, 102, 2) und dünne Lippen (ME II, 99, 16.19.25 f.). Bei Naphta ist es „die gebogene Nase, die sein Gesicht beherrschte, der schmal zusammengenommene Mund“ (Zb 563, 2 f.). (1)

Beide werden in einem katholischen Kollegium erzogen. Wegen ihrer Intelligenz haben sie Schwierigkeiten:  Brissenden bei Vater Joseph und Bruder Dutton (ME II, 101, 15 – 19), Naphta vor seiner Konversion mit dem Kreisrabbiner (Zb 666, 2 – 29), dann mit dem katholischen Exerzitienleiter (Zb 671, 31 – 672, 5).

 Beide sind krank. Brissenden ist schwindsüchtig (ME II, 102, 12) und hatte einen Blutsturz (ME II, 162, 10 ff.), Naphta eine „feuchte Stelle“ (Zb 619, 16 f.) und „Brustschwäche“ (Zb 670, 17). Auch er erlitt einen „Blutsturz“ (Zb 672, 28).

Brissenden schießt sich wie Naphta eine Kugel in den Kopf (ME II, 185, 2 f.; Zb 1072, 12).

Nun stimmen nicht nur diese äußerlichen und biografischen Merkmale überein, sondern es lässt sich auch erklären, warum Naphta Sozialist, Jude und Jesuit ist.

Brissenden bezeichnet sich als „Sozialist
“: „Sie (sc. Martin Eden) wundern sich, warum ich Sozialist bin. Das will ich Ihnen sagen. Weil der Sozialismus unvermeidlich ist, weil das jetzige morsche, vernunftwidrige System nicht bestehen bleiben kann; weil der Tag vorbei ist, an dem Ihr Mann hoch zu Roß kommen kann. Die Sklaven würden es sich nicht gefallen lassen. Es sind ihrer zu viele, und sie würden den Reiter herunterholen, ehe er überhaupt auf dem Pferde gesessen hat. Man kann ihnen nicht entgehen, und es wird Ihnen nichts anderes übrigbleiben, als die ganze Sklavenmoral zu schlucken. Es ist kein wohlschmeckendes Gericht, das räume ich ein. Aber es hat nun mal über dem Feuer gekocht, und Sie müssen es schlucken. Mit Ihren  Nietzsche – Ideen sind Sie nun einmal prähistorisch. Was vorbei ist, ist vorbei. Und wer sagt, daß die Geschichte sich wiederholt, lügt. Selbstverständlich gefällt mir der Pöbel nicht, aber was soll ich Ärmster tun? Wir können den Mann hoch zu Roß nicht haben, und alles andere ist besser als die ängstlichen Schweine, die uns jetzt regieren“ (ME II, 163, 8 – 28).

Naphta ist ebenfalls „Sozialist“:Gleich vielen geistreichen Juden war Naphta von Instinkt zugleich Revolutionär und Aristokrat; Sozialist – und zugleich besessen von dem Traum, an stolzen und vornehmen, ausschließlichen und gesetzvollen Daseinsformen teilzuhaben“ (Zb 668, 32 – 669, 3). Das Judentum stand „kraft seiner Richtung aufs Irdisch – Sachliche, seines Sozialismus, seiner politischen Geistigkeit der katholischen Sphäre weit näher“ (Zb 669, 11 ff.). Das „Weltproletariat stellt „die Humanität und die Kriterien des Gottesstaates der bürgerlich – kapitalistischen Verrottung“ entgegen (Zb 608, 30 ff.). Naphta kann somit Sozialist (Kommunist) sein, weil für ihn das Weltproletariat die Ziele des Gottesstaates fördert.

Das Problem Individualismus – Sozialismus wird von Martin Eden angesprochen: „Ich selbst bin Individualist. Ich glaube, daß der Schnellste den Wettlauf, der Stärkste die Schlacht gewinnt. Das ist die Lehre, die mir die Biologie erteilt hat – das glaube ich jedenfalls. Wie gesagt, ich bin Individualist, und der Individualismus ist der ewige Erbfeind des Sozialismus“ (ME II 73, 5 – 10). Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind für ihn „geplatzte Seifenblasen“ (ME II 72, 21 f.).  

Naphta überhöht den Individualismus: „Ein Individualismus, der von der kosmischen, der astrologischen Wichtigkeit der Einzelseele ausgeht, ein nicht sozialer, sondern religiöser Individualismus, der das Menschliche nicht als Widerstreit von Ich und Gesellschaft, sondern als den von Ich und Gott, von Fleisch und Geist erlebt, - ein solcher, eigentlicher Individualismus verträgt sich mit bindungsvollster Gemeinschaft recht wohl …“ (Zb 609, 32 – 610, 6).

Der Redner bei den Oakländer Sozialisten ist „ein sehr begabter Jude“ mit „schmalen, hängende(n) Schultern“ und „eingefallene(r) Brust“ (ME II 164, 1 - 5). „Für Martin war dieser dürre Wisch von Mann ein Symbol. Diese Gestalt stand da als Repräsentant der ganzen elenden Schar von Schwächlingen und Untauglichen, die dem biologischen Gesetz zufolge an den rauhen Grenzen des Lebens verkommen mußten. Sie waren der Ausschuß“ (ME II 164, 11 - 16). Joachim über Naphta: „Und dabei hat er ja eine Judennase, sieh ihn dir doch an! So miekrig von Figur sind auch immer nur die Semiten.“ (Zb 582, 7 ff.).

Auch die Verbindung Sozialist und Jesuit lässt sich in Jack Londons Roman finden.  In einer längeren Einlassung in einer Diskussion bei Ruths Familie (ME II 156, 1 – 157, 11) stellt Martin Eden fest, dass er ein entschiedener Gegner des Sozialismus sei.  Der (mögliche) Schwiegervater Morse antwortet: „Ich bin immer noch nicht überzeugt. Alle Sozialisten sind Jesuiten. Daran erkennt man sie“ (ME II 157, 18 f.). Bezieht sich diese Äußerung situationsgebunden eher auf die rhetorische Kunst und Glaubwürdigkeit der Jesuiten, ist doch festzuhalten, dass hier eine Vorstufe erreicht ist für den „Trick, das Kommunistische in [Naphta] mit dem Jesuitisch – Katholischen (bei jüdischer Herkunft) zu verschmelzen“ (2). 

 Ein zentrales Thema in beiden Romanen ist „Arbeit“.
 „Brotsack“ Castorp braucht nicht zu arbeiten:
Sein Erbe beläuft sich auf „ungefähr vierhunderttausend Mark“, die „Konsul Tienappel in mündelsicheren Papieren anlegte“ (Zb 49, 1 ff.; Einschränkung Zb 55, 22 – 30).Die Rechnung des „Berghofs“ findet er eher „billig als teuer“ (Zb 200, 23). Castorp ist unabhängig, er hat zu leben (Zb 300, 26 – 301, 3).

Ruth, die Geliebte Martin Edens, ist nach seiner Auffassung „ein Mensch, der nie für sein Brot hatte arbeiten müssen“ (ME I 53, 14 f.). Castorp und Ruth befinden sich in einer gesellschaftlich komfortablen Lage.

Martin Eden sieht sich ständigen Angriffen auf seine schriftstellerische Laufbahn ausgesetzt, verbunden mit der Aufforderung, einer geregelten Arbeit nachzugehen.

 Eden kann der Verwandtschaft gegenüber „seine Stellung, die Stellung Nietzsches dem Sozialismus gegenüber“, nicht erklären. „Für sie war und blieb es das Höchste, daß er sich Arbeit verschaffen mußte. Das war ihr erstes und letztes Wort. Das war der ganze Inhalt ihres Gedankenlexikons. Schaff‘ dir Arbeit! Arbeit! Arbeite! – Arme, dumme Sklaven! Dachte er, während er mit seiner Schwester sprach. Kein Wunder, daß die Welt den Starken gehörte. Die Sklaven waren von ihrer eigenen Sklaverei besessen. Feste Arbeit war für sie der goldene Fetisch, vor dem sie sich anbetend auf die Knie warfen“ (ME II 178, 14 – 28).

 Brissenden fordert ihn auf, die Schriftstellerei aufzugeben und wieder zur See zu gehen (ME II 108, 12 – 11 – 109, 8). Eden fühlt sich in einer Wäscherei als „Arbeitstier“ (ME I 200, 17; 206, 25).“ „Das Leben war unerträglich, langweilig und dumm, und er hatte einen schlechten Geschmack im Munde“ (ME I 200, 22 ff.)

Auch Castorp wird zur Arbeit (= Heimreise) aufgefordert. Nur kurz fasst er selbst die baldige Abreise ins Auge (Zb 127, 11 f.). Settembrini schlägt sie ihm vor (Zb 133, 19 – 28; 1080, 9). Chauchat geht davon aus, dass er bald zur Arbeit heimkehrt (Zb 517, 12 – 15; 529, 8 ff.). Tienappels Mission richtet sich auf Castorps sofortige Rückkehr. Dieser aber setzt sich von dem Leben „unten“ ab: „Es ist eine grausame Luft da unten, unerbittlich. Wenn man so liegt und es von weitem sieht, kann es einem davor grauen“ (Zb 301, 23 ff.). 

 In beiden Romanen wird die „Hand“ zum gesellschaftlichen Differenzierungsmerkmal.

Jack London geht in einem längeren Abschnitt auf Hände ein (ME I, 52, 26 – 54, 6). Martin Eden denkt an die „weiche Hand“ Ruths: „Er hatte bisher nur die harten Hände von Fabrikarbeiterinnen und andern Frauen seiner Klasse gekannt. Nun ja, er wußte ja gut, warum deren Hände hart waren, aber ihre Hand … sie war weich, weil sie nie damit gearbeitet hatte. Der klaffende Schlund zwischen ihnen (sc. Martin und Ruth) wurde größer als je bei dem Gedanken, daß es einen Menschen gäbe, der nie für sein Brot hatte arbeiten müssen. Er sah plötzlich, wie vornehm die Menschen waren, die nie arbeiteten“. (ME I 53, 9 – 16). Die Hände seiner Schwester Marian sind durch die Arbeit in einer Konservenfabrik „verunziert“ (ME 53, 25 – 28). Martin Eden sieht an den Händen von eben kennengelernten Mädchen, dass sie in einer Konservenfabrik gearbeitet haben (ME I, 72, 27 – 33). Edens Hände sind mit Hautabschürfungen bedeckt wegen der Hilfe für Arthur gegen Rowdys (ME I 30,9 - 12; 13, 26 – 30) und Arbeit (ME I 29, 13 – 20).  

Von hier aus ergibt sich für uns die Lösung des Problems, woher bei Chauchat „das kleine Laster des Fingerkauens“ kommt (Zb 119, 15; 142, 6 f.; 219, 29; 346, 21). (3)

 „Hans Castorp blickte auf diese Hand (sc. Clawdias), - er hatte viel Sinn und kritische Aufmerksamkeit für Hände und war gewöhnt, auf diesen Körperteil zuerst, wenn er neue Bekanntschaften machte, sein Augenmerk zu richten“ (Zb 119, 3 – 6; auch 142, 3 – 7; 196, 26 – 197, 9). „Sie war nicht sonderlich damenhaft, die Hand, die das Haar stützte, nicht so gepflegt und veredelt, wie Frauenhände in des jungen Hans Castorp gesellschaftlicher Sphäre zu sein pflegten“ (Zb 119, 6 – 9).

 Clawdias Hand „hatte durchaus nichts Aristokratisches, diese zu gedrungene Schulmädchenhand mit den schlecht und recht beschnittenen Nägeln, - man war nicht einmal sicher, ob sie an den äußeren Fingergelenken ganz sauber war, und die Haut neben den Nägeln war zerbissen, das konnte gar keinem Zweifel unterliegen“ (Zb 196, 33 – 197, 5). Castorp denkt an die „bürgerlichen Widerstände“, die sich nach Dr. Krokowski der Liebe entgegenstellen (Zb 197, 8 f.). Castorp kommt nicht in Versuchung, „an den Fingern zu kauen (schon darum nicht, weil ihm statt dessen Maria Mancini gegeben war)“ (Zb 347, 2 ff.). Zigarrenrauchen verhindert nicht nur ein mögliches „Fingerkauen“, sondern unterstreicht auch seinen bürgerlichen Status gegenüber Chauchat.(4)

 Im „Zauberberg“ nötigt Hofrat Behrens jemanden anlässlich einer Abendgesellschaft,„ in der tieferen Lage des Pianinos die Melodie des „Pilgerchors“ zu spielen, während er selbst, daneben stehend, den Diskant des Instrumentes mit einer Bürste bearbeitete und die begleitenden Violinfiguren parodierte“ (Zb 840, 4 - 7). 

Die Übereinstimmung mit der folgenden Stelle ist offensichtlich: Klavier (Pianino) – Pilgerchor – Diskant (= Sopran).

 „Sein (sc. Martin Edens) Wesen öffnete sich der Musik wie eine Blume der Sonne, und er gelangte rasch von der Tanzmusik der Arbeiter zu den klassischen Stücken, die sie (sc. Ruth) fast auswendig konnte. Aber er zeigte eine demokratische Vorliebe für Wagner, und als sie ihm erst den Schlüssel zum Verständnis der „Tannhäuser – Ouvertüre“ gegeben hatte, machte dieses Stück auf ihn einen Eindruck wie keines sonst, das sie spielte. Es schien ganz unmittelbar seinem eigenen Leben zu entsprechen. Seine ganze Vergangenheit war das Venusbergmotiv, während sie mit dem Pilgerchormotiv verschmolz, und die gehobene Stimmung, in die ihn dies versetzte, hob ihn immer höher in dem mächtigen Schattenreich des suchenden Menschengeistes, wo Gut und Böse ewige Werte sind“ (ME I 94, 4 – 18). Ruth spielt nicht nur Klavier, sondern singt auch. Martin Eden ist „immer wieder bezaubert von dem göttlichen Klang ihres reinen Soprans (ME I 94, 23 f.). 

 Was hat es mit der befremdlichen „Bürste“ auf sich? Behrens könnte ja, wie bei technischem Unvermögen üblich, nur mit einem Finger auf dem Klavier spielen. Soll damit nur auf die wolkigen Klänge Wagners hingewiesen werden?

Auch die Bürste führt auf Jack Londons Roman zurück und zur Hand Chauchats: Dem oben zitierten Text über Hände geht unmIttelbar ein längerer Text über das „Bürsten“ voraus (ME I 52, 10 – 29):

Zunächst geht es um das Zähnebürsten. Dann kommt Martin Eden in den Gedanken auf seine Hand: „Er hob die Hand hoch, rieb sich mit der Innenseite des Daumens die harte Haut der Handfläche und sah den Schmutz, der gleichsam in der Haut eingekapselt war, und den keine Bürste entfernen konnte. Wie anders war doch ihre (sc. Ruths) Hand!“(ME I 52, 26 – 30).

 Bei Chauchat ist man sich nicht sicher, „ob sie an den äußeren Fingergelenken ganz sauber war“ (Zb 197, 2 f.). 

 

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