Inhaltsverzeichnis
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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

Der „Windbeutel“ wird bei Bulwer – Lytton in Zusammenhang mit den Demokraten gebracht: „Chamäleons leben von der Luft, Demokraten von Windbeuteln“ (KC II 134, 12 f.) „Windbeutel“ findet sich als Bezeichnung für den „Demokraten“ Settembrini (Zb 97, 12; Zb 719, 28; 787, 22) und Albin (Zb 1063, 14). Gerade zu einem Lungensanatorium passt dieser Begriff und wird variiert:  Pfeifen mit dem Pneumothorax (Zb 79, 6), Jahrmarktschweinchen (Zb 79, 8 - 13), Äolusschlauch (Zb 276, 29), Drehorgel (Blasebalg!): Settembrini ist der „Drehorgelmann“(Zb 89, 5).

Die Bezeichnung „Esel“ ist das bevorzugte negative Werturteil (KC I 39, 25; I 40, 71; I 76, 1; I 340, 2; „Esel“ sind im „Zauberberg“ der Junge mit Monokel (Zb 171, 3), Staatsanwalt Paravant (Zb 366, 26), Peeperkorn (Zb 869, 24), Castorp (mulus, Zb 499, 12), Krokowski (Fonds – mulus, Zb 149, 22), Mylendonk („Mühlenesel“).

Sounderson (junior) bezeichnet seinen Vater als „Alten“ (KC 236, 10). Kenelm bringt diesen Ausdruck mit Saundersons Bildung in Zusammenhang (KC I 236, 17 – 20). Frau Stöhr nennt Hofrat Behrens den „Alten“. (Zb 116, 14.15.16.19. 23. 30).Auch bei ihr wird dies der mangelnden Bildung zugeschrieben.

Beim Kampfe mit Sonnenschein zeigt Wiedemann “das Phänomen der zu Berge stehenden Haare. Hans Castorp hatte das noch nie gesehen und nicht geglaubt, daß es eigentlich vorkomme. Die Haare standen Herrn Wiedemann starr und steif zu Berge“ (Zb 1038, 27 -31).  Bei Bulwer – Lytton will Bovill seine Nichte Elsie mit Kenelm verheiraten: „Zum ersten Male in seinem Leben war Kenelm Chillingly erschrocken und betroffen. Er ließ die Unterlippe hängen, seine Zunge war wie gelähmt, das Haar stand ihm, wenn es das überhaupt je thut, zu Berge“ (KC I 135, 24 – 27; auch I 243, 25 f.).

Kenelm hört beim Weggehen die Stimme des Vagabunden (Walter Melville, KC II, 324, 4), „aber das einzige Wort, das er (sc. Kenelm) in der Entfernung unterscheiden konnte, war das am Schluß des Refrains ausklingende Wort >> Liebe <<. >> Paperlapap <<, sagte Kenelm.“ (KC I 127, 14 – 19).Castorp hört bei dem Vortrag Dr. Krokowkis das „so oft hintereinander“ gesprochene Wort (Refrain!) „Liebe“ ebenfalls mit Widerwillen.: Bei Castorp ist es die Silbenfolge in „Liebe“ (angeregt von dem Schallwort „Pap(p)erlapap(p)“), bei Kenelm das Thema „Liebe“ selbst, das Widerwillen erzeugt. Nach Kenelm sollte der Vagabund lieber über ein Nahrungsmittel („Beefsteak“, KC I 126, 21) singen. Diese Gegenüberstellung wird bei Castorp zu einem Vergleich mit einem Nahrungsmittel („gewässerter Milch“, Zb 193, 28) herabgestuft.  

In einer großen Zusammenschau (Zb 393, 27 – 395, 13) zählt Castorp Einzelwissenshaften („Abschattierungen“) auf und bezeichnet sie pauschal als „humanistische(n) Berufe“, wobei bei ihrem Studium „als Grundlage vor allem einmal die alten Sprachen, nicht wahr, der formalen Bildung halber“ zu lernen sind.  Behrens und Joachim schauen ihn verdutzt an (Zb 395, 14 ff.). ff.).Auf die rhetorische Frage des Pfarrers, Kenelm wolle doch vermutlich keinen gelehrten Beruf ergreifen, stellt Kenelm pauschal fest: „ Alle Berufsarten bedürfen heutzutage ungefähr desselben Quantums erlernten Wissens … Kabinettsmitglieder höhnen über die Nützlichkeit des Griechischen und Lateinischen. Und selbst so männliche Studien wie Jurisprudenz und Medizin müssen sich in Akademien für junge Damen nach Rücksichten des Geschmacks und der Schicklichkeit behandeln lassen“ (KC II 169, 21 – 29).

Abschließend soll noch auf ein paar weitere gemeinsame Einzelwörter und Motive hingewiesen werden: „Kreise im Sand“ (KC II 181, 15 f.; Zb 83, 8); „Prügelnder Schulmeister „(KC I 191,24 f.; Zb 129, 32 – 130,3); „Jargon“ (KC II 15; Zb 648, 29); „Guckkasten“ (KC II 15; Zb 129, 26); „Der verlorene Sohn“ (KC I 185, 4); „Tischrückgeschichten“ (KC I 378, 1) „Enthüllungen eines Mediums” ((KC II 188, 4); „Zauberreich“(KC I 193, 6), „Zauberland“ (KC II 326, 11); „Affecti(e)rt“ (KC II 283, 7); Zölibat (KC II 97 ff.; II 193 ff.) Ehe (KC I 208, 27. 29; Zb 891, 19); „Magnaten“ (KC I 151, 4; Zb 835, 1 – 5); „Stirnkuss“ (KC I 62, 11; I 74, 30 f.; II 258, 7; II 372, 19; Zb 867, 16 f. 25; 918, 15. 21); „blutarm“ (KC II 331, 1; Zb 74, 17. 20) “Schaukel” (KC I 214, 8; Zb 803, 27); Stagni(e)render Teich (KC II 98, 27; Zb 29, 24 f.); „Brillengläser“ (KC I 382, 19; Zb 118, 8; 318, 18; 1035, 21).

Anmerkungen:

1.       Edward Bulwer - Lytton, Kenelm Chillingly, übersetzt von Emil Lehmann, Band I und II, Achilla Presse Verlagsbuchhandlung (folgt der Übersetzung und Rechtschreibung der einzigen deutschen Ausgabe des Verlags Ernst Julius Günther in Leipzig, 1873 – 1874, , leicht bearbeitet von Mirko Schädel & Alexander Pechmann). Abkürzung: KC I, II: Band.

2.       Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1 (Textband) -2 (Kommentarband) – M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002.Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Abkürzung: Zb

3.       Vgl. zu Adriatica von Mylendonk Kommentarband, S. 157 f.; Beitrag „Hans Castorp, in re Brotsack“.

4.       Ottilie Kneifer wiil die Werte auf dem Thermometer durch Baden in kaltem Wasser hochtreiben, andere geben falsche Werte an (Zb 134, 27 – 31). Zum Thermometer ohne Bezifferung vgl. Kommentarband, S. 163.

5.        Die Schwester von Frau Jessen ist Oberschwester im Sanatorium (Alyke von Tümpling) und eines der Vorbilder für die Oberin Adriatica von Mylendonk (Kommentarband, S.70).Dieses historische verwandtschaftliche Verhältnis zwischen dem Leiter des Sanatoriums und der Oberschwester wird im vertrauten Umgang Hofrat – Mylendonk aufgenommen. Auch dieser Aspekt unterstützt die Zerlegung des Begriffs „Petrefakt“ in „Peter und sein Gemachtes“.

6.       Vgl. „Der Grosse Brockhaus“, 18. Aufl. 1979, S. 90, s.v. „Peter Lély“; Wikipedia u.a.

7.       Zu Peter Behrens vgl. etwa Kammerlohr, Epochen der Kunst, Band 5. Vom Expressionismus zur Postmoderne. Oldenbourg 1997,2. Aufl. (1995), S. 120; Wikipedia u.a.

8.       Natürlich bezieht sich der „Schreckenspalast“ auch auf den Vergleich mit dem „Höllenrichter“ (Zb 99, 5) Radamanth (Zb 96, 6). Gerade in solchen Verknüpfungen (Petrefakt!) zeigt sich die hohe Kunst des Schriftstellers.

9.        Peter Behrens ist Thomas Mann auch biografisch verbunden: Beide sind Schulabbrecher, Autodidakten und (trotzdem) Adepten des Ruhmes. 

10.   Dr. Blumenkohl ist aus Odessa (Zb 113, 14; 865, 7), damals einer Stadt mit hohem jüdischen Bevölkerungsanteil. „Leben wie in Odessa“ war Synonym für „leben wie Gott in Frankreich“. Vgl. unseren Interpretationsversuch in Analogie zu Chauchats Wohnsitz in „Daghestan“ (= „Da gehst an“): Beitrag „Frau Stöhr und ihr jüdischer Hintergrund“.

11.   Zur Verbindung „Sieben – Frost“ vgl. Beitrag: „ Spuren im „Zauberberg“: Giovanni Boccaccio, Das Dekameron (ca.1351)“, Anm. 3.; Beitrag: „Hans Castorps Vetter Joachim und die Geschichte Israels“.
Der Vorname Kenelm geht bei Bulwer – Lytton auf Kenelm Digby (1603 – 1665) zurück (KC I 26 f.). Vgl. Wikipedia u.a.

12.   Weitere Stellen zu Bulwer – Lyttons Interesse an Namen: Wirkung des Namens (KC II 138: Kenelm u.a.); „Wir“ hat keine Namen (KC I 268 f.:  Hexen in Macbeth u.a.) Namensendung - son (KC I 147 f.); Entzifferung des Namens auf Grabstein (KC II 177).

Veröffentlichung: 16. 04. 11
Autor: Gerhard Adam

 

 

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