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Beitrag 90
Beitrag 91
Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

Ute hat zu wenig „Menschlichkeit“. Claude wirft Ute vor, dass sie „bloß noch Kunstwerk sein“ will „und gar kein Mensch mehr“ (JnL 58, 32f.; auch 376, 15; 390, 14). Ute verteidigt sich an anderer Stelle damit, dass Schauspieler „mit ihrer ganzen Persönlichkeit“ wirken und die „ganze Leier“ (sc. menschlichen Verhaltens) in sich hätten (JnL 60, 20ff). (JnL 376, 15; 390, 14). Ihr Verhalten ist kalte Professionalität. Ein weiterer Vorwurf wiegt schwerer: Ute benützt das „Verhältnis“ zum (reichen) Claude nur als Mittel für ihre Karriere als Schauspielerin. Sie nimmt nur.„Was die (sc. Betrachter ihres Bildes von Lenbach) von ihr wußten und besaßen, besaß und wußte Claude; weiter nichts. Er hatte nicht die Kraft gehabt, mehr von ihr zu gewinnen“ (JnL 390, 22 ff.). Ute hat Claude aber auch nichts gegeben: Sie fährt sozusagen nur mit Fernlicht.

Clawdia dagegen hat zu viel „Menschlichkeit“, eine „türenwerfend vagierende(n) >>Mähnschlichkeit<<“ (Zb 879, 17). Sie hat den „Sinn menschlicher, oder besser gesagt: >>mähnschlicher<< Gemeinsamkeit und Besitzgenossenschaft, einer wilden und weichen Selbstverständlichkeit des Gebens und Nehmens“ (Zb 899, 12 – 15). Das „Wort >menschlich<. wird im Sinne der Freiheit und der Genialität (=Prinzip der Krankheit)“ genommen (Zb 922, 28f.). Mit ihm kann man freilich „jede Schlamperei und Schlappheit zudecken“ (Zb 446, 16f.; weitere Stellen zu „menschlich“: Zb 903, 16; 904,14; 905, 26f. 921, 4 ff.)

Theodora, eine der Liebschaften Claudes, macht Bewegungen, „als ob sie einen beschlich“ (JnL 355, 24f.). Sie hat einen „Katzenschritt“ (JnL 356, 8). Chauchats Gang ähnelt einem „Katzentritt“ (Zb 837, 22; vgl. auch Zb 118, 31: „eigentümlich schleichend“; Zb 207, 21: „wie ein Kätzchen zur Milchschüssel schleicht“; Zb 534, 11: „Kätzchen“).

Am Totenbett Claudes hat Frau Marehn das „Bedürfnis, sich außerhalb der Verantwortlichkeiten zu fühlen: >>Von mir hast du es (sc. diese Krankheit) nicht.<<“ (JnL 464, 33f.).Im Gegensatz dazu ergeht sich die Mutter von Leila Gerngroß in ausgedehnte „Selbstanklagen“ (Zb 458, 7 – 27).

Wissenschaftliche Einschübe sind bei Thomas Mann oft Mittel der Ironie (etwa Zb 519, 21 – 520, 12). Der Arzt Matthacker erklärt Marehn, was Gicht ist und fordert ihn anschließend dazu auf, eine Flasche Sekt zu spendieren (JnL 210, 19 – 30).

Bella kann wegen „Miasmen“ nicht essen, wenn im Nebenzimmer die Leiche von Claudes Vater Marehn liegt (JnL 52,17ff.). Im „Zauberberg“ führt das Motiv „Essen neben Leiche“ zum geheimen Abtransport der Leiche, während alle im Speisesaal sitzen (Zb 282, 11f.; 448, 8). 

 Das Silben trennende Sprechen zur ironischen Betonung benützt Panier bei der Charakteristik des Verhältnisses Ute – Claude: „Das soll ja n‘ sogenanntes ide – a – les Verhältnis sein“ (JnL 66, 25; „selbtvers-tändlich“: Zb 647, 26; 653, 5).

Archibald, Direktor der K.B. Akademie für dramatische Kunst (und anderes, JnL 33, 23 – 27), hat einen „Mund, blau vom Messer und gewulstet“ (JnL 34, 29f.). Gänser ist ein „Jüngling mit Wulstlippen“ (Zb 79, 20; 107, 15; 170, 20; 172, 2; 334, 30f; 352, 26; 359, 32).

 Panier nennt Claude „‘n junger Esel“ (JnL 169, 33), Castorp sich selbst einen „jungen mulus“ (Zb 499, 12).

Die Rolle des Herzog Gottfried im >Lohengrin<. bekommt „die, die die schönsten Beine hat“ (JnL 238, 27f.). Schöne Beine hat der Grieche Polypraxios (Zb 494, 29f.; 627, 13f.).

Claude duelliert sich mit einem Studenten (JnL 112, 19 – 113, 6).

Ein silbernes Zigarettenetui mit Monogramm schenkt Claude im Interesse Utes Direktor Adolf Kulehwer (JnL 311, 27 ff.). Castorp entnimmt eine Zigarre dem „mit silbernem Monogramm geschmückten Etui“(Zb 76, 14f.; vgl. auch 137, 27; 280, 16; 439, 5f.).

Anmerkungen: 

 1.       Heinrich Mann, Die Jagd nach Liebe, Fischer Taschenbuch Verlag, 3. Aufl. 2006, Nr. 5923. Abkürzung: JnL
Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1 (Textband) -2 (Kommentarband) – M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002.
Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Abkürzung: Zb.
2.       Albin erschreckt mit seinem Messer die Damen in der Liegehalle (Zb 121, 29 – 122, 16): „Ein Gekreisch (sc. der Damen) erhob sich“ (Zb 122, 16).Panier „zog sein griffestes Messer. Nelly kreischte auf“ (JnL 172, 30).
3.       Vgl. Wahrig, Deutsches Wörterbuch, Neuausgabe 2000, S. 231 s.v. „Baiser“:  „Schaumgebäck aus Eischnee und Zucker“ oder „Kuss“.
4.       Ibid., S. 976 s.v. „Phosphor“; S. 838 s.v „Luzifer“.
Stellen zu „Teufel“: 88, 12 („Satana“); 92, 25.28.29.31.33; 93, 2.14; 143, 25; 152, 14; 174, 22; 175, 23 („teuflisch“); 190, 32; 231, 20; 242, 6 („Satanas“); 354, 6 („teufelsmäßig“); 379, 1 („teuflisches Prinzip“); 380, 26 („widersacherische Prinzip“); 454, 21 („Teufelsbesessenheit“); 497, 14 („Pfui Teufel“); 503, 23; 514, 16 („Pauvre diable“); 523, 7; 530, 17; 539, 33f („Gran Dio“); 562, 13; 576, 4; 598, 16; 602, 15 („Teufelsknechtschaft“); 606, 5; 611, 8f („Satansherrschaft“); 617, 33; 675, 4 („Luzifer“); 686, 24; 692, 17 („diabolischer Scherz“); 697, 22.23.24.25.28.33; 698, 12; 704, 28; 707, 12.15; 719,27 (Satana“).33; 733, 32; 735, 26; 747, 17; 791, 19. 26f („Diabolische“). 29; 795, 5; 906, 7; 910, 29; 935, 9 („des Teufels beschissene Zwickmühle“); 985, 6.
5.        Ibid., S. 614 s.v. „heiter“.   
6.        Übersetzung: Homer, Die Odyssee, Deutsch von Wolfgang Schadewaldt, Rowohlt Taschenbuch Nr. 1290.
7.       Vgl. etwa „Der Kleine Pauly“, dtv Nr. 5963, 1979, Bd. 3 , , Sp. 198 f. s.v. „Kerberos“.
8.       Zu Krokowskis „R“: Zb 191, 31; 290, 33 – 291, 3; 551, 5 ff.; 553, 9 ff.; 553, 27 f.; 555, 11 f.; 556, 1 f.; 1017, 16 ff.; 1019, 31 f.; 1020, 5; 1023, 15; 1023, 18 f.: „Menschenbduder“)? Es ist auch eine Anspielung auf das „gerollte R“ in der „Jagd nach Liebe“ (JnL20, 24; 102, 30; 285, 23; 368, 24).
Zum „R“: „Der Buchstabe r wurde gemeinhin littera canina bzw. dog’s letter, d.h. ‚Hundebuchstabe‘ genannt, da sein Klang dem Knurren eines Hundes ähnelte, vgl. Persius, Satires I, 109f: Sonat hic de nare canina littera ‚Hier aus der Nase knurrt der hündische Buchstabe ‘“: Shakespeare, Romeo und Julia, Englisch – deutsche Studienausgabe, hrsg. Ulrike Fritz, Stauffenburg Verlag, 1999, Anm. 150 zu II.4, S. 205.   
9.       Minos: Zb 90, 10.15; 297, 1; Radamanth(ys): Zb 90,10.15; 99, 5: „Höllenrichter“; 247, 28; 296, 29.31; 297, 1; 489, 25; 633, 14; 634, 25; 674, 9; 713, 26; 714, 8; 729, 13; 795, 13; 797, 1; 808, 16; 842, 28; 843, 2.9; 902, 6; 947, 22; 950, 27; 1063, 33; 1072, 8.
10.   Natürlich spielt in beiden Romanen Autobiografisches mit: Heinrich und Thomas Mann beziehen Renten aus dem Vermögen des verstorbenen Vaters (wie Claude Marehn und Hans Castorp) in Höhe von monatlich je 160 bis 180 Goldmark: s. „Thomas Mann, dargestellt von Klaus Schröter“, rororo (rm 50677), Neuausgabe 2005, S. 52.
11.   Achselzucken: Zb 17, 32; 20, 21; 26, 23; 69, 2 („mit Schultern“ zucken); 112, 8f; 152,31f; 214, 10; 224, 29f; 285, 5f; 298, 3; 335, 16; 347, 33; 348, 32; 451, 21; 475, 7; 662, 29; 727, 12; 749, 18f; 1011, 1.  
12. Vgl. „Historisches Wörterbuch der Philosophie“, hrsg. von J. Ritter und K. Gründer, Band 7 (1989), Sp. 1834 – 1837 s.v. „Quietismus, Hesychasmus“.

Veröffentlichung: 05.02. 12                                            Autor: Gerhard Adam                   

 

 

 

 

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