Inhaltsverzeichnis
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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

         Spuren im "Zauberberg": William Shakespeare, Das Wintermärchen (1611)

Das "Schafschurfest" und die Vorbereitungen dazu (Wint.T.IV.3 und 4) erweisen sich als Assoziationsfeld für den "Zauberberg". (1) Relevante Punkte seien hier kurz angeführt:

Clown, der Sohn des Schäfers, versucht auszurechnen, was ihm die Wolle seiner Widder einbringt: "Let me see; every, leven wether tods; every tod yields pound and odd shilling; fifteen hundred shorn, what comes the wool to?" (Wint.T.IV.3.30f.). Er braucht das Geld für die Ingredienzien des Festmahls, das seine (angebliche) Halbschwester Perdita zubereiten will. Perdita hat schon, wie er mitteilt, 24 Blumensträuße für die Scherer gebunden. Sie gibt am Schafschurfest nicht nur den Schnittern, sondern auch den inkognito als alte Männer ankommenden Gästen Polixenes (König von Böhmen) und Camillo (Lord aus Sizilien) Blumen (Wint.T.IV.4.73ff.). Polixenes stellt fest, wie passend die Blumen für ihr Greisenalter seien. Perdita verbindet die Blumen mit den Jahreszeiten (Wint.T.IV.4.78-85). Das ausführlich erörtete Thema "Blumen" wird mit "Lilien", "Kränze" und "Bestreuen" beendet, das von Florizel (Sohn des Polixenes) zunächst als Bestreuen einer Leiche mit Blumen missverstanden und darauf von Perdita modifiziert wird (Wint.IV.4.125-132). Ein Knecht kündigt "Saltears" an (Wint.T.IV.4.309), die einen Tänze vorführen wollen. Wie der Kontext klarstellt, haben sich diese in "Satyrn" verkleidet. Florizel, der in Perdita verliebt ist, will sie auf der Stelle heiraten. Er rühmt ihre Hand: "I take thy hand, this hand /As soft as dove's down and as white as it, / Or Ethiopian's tooth, or the fanned snow that's bolted / By th'northern blasts twice o'er./ POLIXENES: What follows this? / How prettily the young swain seems to wash / The hand was fair before!" (Wint.T.IV.4.342-348). 

Bei der Behandlung eines solchen Ausgangstextes kann es offensichtlich nicht um eine vordergründige "Parallelenjagd" gehen, sondern darum, möglichst weit dem Assoziationsweg Thomas Manns zu folgen, um neue Interpretationsmöglichkeiten zu erschließen.

1. "Tod war eine vor allem im Wollhandel übliche Gewichtsangabe, die ca. 28 engl. Pfund entsprach". (2) Die englische Gewichtsbezeichnung "Tod" führt Thomas Mann dazu, die Zahl 28 als Chiffre für "Tod" einzuführen.

- Frau Stöhr kann mit ihrer Kochkunst "achtundzwanzig verschiedene Fischsaucen" zubereiten (Zb 129, 3f.9f.; 132, 32 - 133, 17). Das Wort "verschieden" ist besonders zu beachten: Es unterstreicht den Aspekt des Todes und der Todesarten : verschieden = verstorben. Castorp vergisst deshalb erschrocken "einen Bissen Pumpernickel mit Chester (sc. Stadt in England), den er im Mund hatte, fertig zu kauen und hinunterzuschlucken" (Zb 129, 11ff.). Auch der Name Stöhr kann nach dem bekannten sprachlichen Phänomen der "Homophonie" als Quantitätsbezeichnung dem Tode zugeordnet werden: "Ster" ist die Maßeinheit für Brennholz.

- Die kleine Hujus ist im Zimmer Nr. 28 gestorben (Zb  85, 13f.).

- Der wiedergekommene Joachim bekommt das Zimmer Nr. 28 (Zb 754, 2.8; 757, 24; 762, 13). Es wird zum Sterbezimmer des Protagonisten.

- Clawdia Chauchats Alter wird "schlimmstenfalls" auf 28 geschätzt (Zb 316, 10f.).

2. Die Zahl 24 für die Blumensträuße an die Scherer (Wint.T.IV.3.34-44) folgt in unmittelbarer Nähe zur Einkaufsliste. Im "Zauberberg" wird diese Zahl 24 (=Alter Castorps) in komödiantischer Weise mit den 28 Stör-Fischgerichten verbunden (Zb 133, 10f.). Dies bestätigt den Quellencharakter der Shakespearestelle, die beide Zahlen schon im Zusammenhang anführt.

3. Castorp fasst (widerwillig Joachim, Zb 459, 25-460, 3) den Entschluss Blumensträuße den "moribundi" zu bringen (Zb 448, 14-28). Nicht nur die (bekannte) Verbindung Blumen - Tod unserer Shakespearestelle, sondern auch die Differenzierung in "einheimische-fremdländische Blumen" wird übernommen. (3) Die Vielzahl von Blumengeschenken beim Schafschurfest führt zum Einfall der "Serie" von Blumengeschenken an die "moribundi "des "Zauberbergs". Castorp und Ziemßen kommen durch diese Besuche in den "Ruf von Samaritern und barmherzigen Brüdern" (Zb 467, 9; 456, 3: "barmherzige Huldigung"). Da Gleichnis vom barmherzigen Samariter findet sich in einer Parodie vor dem Schafschurfest: Der Gauner Autolycus simuliert einen Ausgeplünderten und bestiehlt den ihm helfenden Sohn des Schäfers Clown dabei (Wint.T.IV.3.56-70). Autolycus bezeichnet dies als "charitable Office" des Tölpels (Wint.T.IV.3.70), wie Settembrini ironisch von "Mildtätigkeit" und "gute(n) Werke(n)" Castorps spricht (Zb 467, 12f.). Settembrini wertet die Besuche der "moribundi" noch zusätzlich mit einem Jesuszitat ab: "Laßt die Toten ihre Toten begraben" (Zb 468, 4f.). 

4. Die Versuche deutscher Übersetzungen zu "Saltears" ermutigen Thomas Mann, das dienstbare weibliche Personal des "Berghofs" mit "Saaltöchter" zu bezeichnen (Zb 68, 6f.; 68, 30; 71, 22f.; 115, 30f.). (4) Das engl. Wort "tear" kann in dem Sinne aufgefasst werden, dass man das Personal schnell in Bewegung setzt. (5) Die schon in der Quelle hinter "saltears" stehende Bedeutung "Satyrn" könnte Thomas Mann mit "Saaltöchter" mitgenommen und zum  Zwerg Emerentia angeregt haben.

5. Florizel preist die schöne Hand Perditas, die ihre wahre gesellschaftliche Stellung andeutet. Castorp blickt auf die Hand Chauchats - "er hatte viel Sinn und kritische Aufmerksamkeit für Hände und war gewöhnt, auf diesen Körperteil zuerst, wenn er neue Bekanntschaften machte, sein Augenmerk zu richten" (Zb 119, 3-6). Im Gegensatz zu Perdita ist Chauchats Hand "nicht sonderlich damenhaft, die Hand, die das Haar stützte, nicht so gepflegt und veredelt, wie Frauenhände des jungen Hans Castorp gesellschaftlicher Sphäre zu sein pflegten"" (Zb 119, 6-9). Hier wird der (angebliche) Standesunterschied zwischen Florizel und Perdita, der sich an ihrer Hand nicht festmachen lässt, auf das Verhältnis Castorp-Chauchat übertragen: Im Gegensatz dazu zeigt Chauchats Hand schon den gesellschaftlichn Unterschied auf, der eine nähere Verbindung ausschließen sollte, während Florizel Perdita ja dieser Hand "die Hand geben" will (Wint.T.4.364-371.397).

Der Sohn des Schäfers Clown ("Tölpel") gehört zu den traditionellen "stock characters", die Shakespeare verwendet. (6) Der falsche Gebrauch von Fremdwörtern (sog. "Malapropismus") durch Clown ("preposterous" für "prosperous", Wint.T.V.2.123) ist ein bei Shakespeare häufig vorkommender "Theatergag". Diese Funktion eines "Clowns" übernimmt Frau Stöhr, wenn sie etwa eine ">>Affektation<< ihrer Lungenspitzen" beklagt (Zb 622, 29). Ausgangspunkt für die Einführung dieses "Bildungsschnitzers" könnte das oft vorkommende Wort "affection" in den Werken Shakespeares sein (hier:Wint.T.I.1.19; I.2.138-146; IV.4.461; V.2.85). (7)

Der Gauner Autolycus ist ein großer Freund des Gesangs (Wint.T.IV.3.1-12.15-22.111-115; IV.4.298-306). Hans Castorp singt ebenfalls (Zb 137, 21f.;180, 9-181, 8; 214, 12-215, 11; 1084, 5-32). Eine Textnähe lässt sich vielleicht bei einem Liedteil feststellen: "A merry heart goes all the day, / Your sad tires in a mile-a" (Wint.T.IV.3.114f.). Castorp muss wegen körperlicher Überanstrengung abbrechen (Zb 180, 31-181, 8). Er wird "nach so großer Erhebung die Beute durchgreifender Verstimmung, eines Katzenjammers, der an Verzweiflung grenzte" (Zb 181, 6ff.). Bei Autolycus "wird seine parasitäre Lebensweise durch die Munterkeit des hingesungenen Liedes verharmlost, ja fast liebenswert". (8) Diese "Sympathielenkung" mag auch für Hans Castorps Singen intendiert sein.

Cleomenes und Dion werden nach "Delphos" zum Orakel geschickt. Sie machen sich klar, was sie dort erlebt haben (Wint.T.III.1.1-8):" CLEOMENES. The climate's delicate, the air most sweet, / Fertile the isle, the temple much surpassing / The common praise it bears. DION. I shall report, / For most it caught me, the celestial habits -  / Methinks I so should term them - and the reverence / Of the grave wearers. O, the sacrifice, / How ceremonious, solemn, and unearthly / It was i'th'off'ring!" Hier könnte eine Anregung vorliegen für die Struktur des Traumes bei der Schneefahrt (Zb 738, 19 - 745, 23). Der Beginn von Castorps Traum weist schon Ähnlichkeit auf:"Ah, die vielen Bäume! Ah, das lebendige Klima des Lebendigen! Wie es duftet! ..." (Zb 738, 19f.). Die Abfolge im "Zauberberg": Natur der Insel - Tempel (Zb 744, 1-13) - Blick ins Innere (Zb 744, 13-33) - "sakrale" Handlung (Zb 744, 33-745, 16) lässt sich bei Shakespeare ausmachen, wobei Thomas Mann seiner Art entsprechend die Leser durch die Schilderung des gräßlichen Opferrituals desillusioniert. (9)

Das Wort "climate" taucht in Verbindung mit Infektion auf (Wint.T.II.3.178; V.1.169). Diese Gefährlichkeit der Luft (Wint.T.III.2.104) wird auch für die Luft in Davos festgestellt: Sie kann "zunächst nicht sowohl gegen, als vor allen Dingen einmal für die Krankheit gut gewesen sein (Zb 451, 6f.; 277, 29 - 278, 1; 297, 11-15).

In die Betrachtung ist auch der Böhme Wenzel einzubeziehen (Zb 1012, 19: "musikalischer Mann"). Hermione wird (im anderen Schauplatz Sizilien) mit Musik "verlebendigt" (Wint.T.V.3.99: "PAULINA.Music! Awake her, strike!"). Bei Joachim ist es der Böhme Wenzel, der das Erscheinen Joachims mit Musik begleitet (Zb 1027, 33ff.; 1030, 4ff.; 1031, 8ff.). (10)

Der Geist der Mutter Perditas, Hermione, kommt auf dem Schiff zu Antigonus in weißem Gewande, redet ihn an und löst sich dann schreiend in Luft auf (Wint.T.III.3.15-36; 35f.: "And so, with shrieks, / She melted into air"). Im Gegensatz dazu kommt Ellen zum Geist der verheirateten Schwester Sophie, - auch sie hat ein weißes Kleid an -, redet sie an und diese "verflüchtigt" sich: "Sie war durchsichtig geworden; bald war sie nur in in dem Grade sichtbar gewesen, wie eine fließende Strömung  heißer Luft und dann überhaupt nicht mehr (Zb 1000, 7 - 12). Warum steht Sophie auf dem Podest der Treppe (Zb 999, 33 - 1000, 4)? Eine Erklärung könnte Shakespeare liefern: Der Schäfer findet die ausgesetzte Perdita und vermutet, sie sei das Produkt eines Fehltritts, eine "Treppenarbeit" (Wint.T.III.3.69f.: "This has been some stair-work, some trunk-work, some  behind-door-work"). Sophie steht "am Rande" des Podests, "dicht an den Stufen", ein Fehltritt rückt ins Blickfeld. Auch ist Sophie an "Herzentzündung" gestorben (Zb 1000, 15). (11)

">> Ja, er ist verloren!<<" Castorp kommt dieser Gedanke, als er Joachim im Gespräch mit Marusja sieht (Zb 804, 13). Die "Verlorene" (Perdita) heißt das Kind Hermiones (Wint.T.III.31ff.). Antigonus, der anschließend umkommt, beugt sich über den Säugling: "Thou'rt like to have / A lullaby too rough" (Wint.T.III.3.53f.). Das "Wiegenlied" könnte erklären, warum es ein Schaukelstuhl ist, auf dem die kindliche Marusja liegt. 

Der Schäfer und sein Sohn Clown halten den Gauner Autolycus für einen vornehmen Mann wegen seiner Kleider, weil er so "fantastical" ist und weil er in den Zähnen stochert: "SHEPHERD. His garments are rich, but he wears them not handsomely. CLOWN. He seems to be the more noble in being fantastical. A great man, I'll warrant. I know by the pickung on's teeth" (Wint.T.IV.4.710ff.). Zu den Attributen Settembrinis gehören neben "seinen karierten Beinkleidern" (Zb 88, 8; 305, 10) auch Zahnstocher (Zb 228, 27f.; 335, 17f.).

Thomas Mann stellt seinem Roman einen "Vorsatz" voran (Zb 9, 1-10, 20). Die Idee dazu könnte auch inhaltlich von einer Personifikation der Zeit kommen: "Father Time" erscheint bei Shakespeare vor der zweiten Hälfte des Stücks auf der Bühne (Wint.T.IV.1.1-32).

Anmerkungen:

1. William Shakespeare, The Winter's Tale = Das Wintermärchen. Deutsche Prosafassung, Anmerkungen, Einleitung und Kommentar von Ingeborg Boltz. - Englisch-deutsche Werkausgabe. - Tübingen: Francke, 1986. Abk.: Wint.T.Akt.Szene.Zeile.

   William Shakespeare. Sämtliche Werke in einem Band. Übersetzt von August Wilhelm Schlegel und Ludwig Tiek, Otus Verlag AG, St. Gallen, 2009: "Dem Text liegt die dritte Gesamtausgabe der Shakespeare-Übersetzung von Schlegel und Tieck (erschienen  1843/44) zugrunde".  

Thomas Mann: Der Zauberberg, Bd. 5/1 (Textband) - 2 (Kommentarband) - M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002. Hervorhebung durch Fettdruck vom Autor. Abk.: Zb

2. Komm. zu Wint.T.IV.3.30, S.173, Anm. 23.

3. Zb 456, 7: Hortensienstock; 460, 15f.: Rosen-, Nelken- und Levkoiengebinde: 464, 33f.: Blume2n aus den "Exportgärtnereien von Nizza und Cannes"; 468, 21f.: Nizzaveilchen; 474, 19: Blumensendung.

4. Komm. zu Wint.T.IV.4.309, S. 207, Anm. 95: " Tieck u.a.'Saaltiere', Gildemeister 'Saalthüren', Flatter 'Saattiere', Schröder 'Sautiere' " (natürlich später). Wie der Kontext zeigt, ist auch an das lat. "saltire =hüpfen, springen" zu denken.

5. Vgl. etwa das "Oxford English Dictionary" zum Bedeutungsspektrum "tear".

6. Vgl. Sonja Fielitz, William Shakespeare. Eine Einführung in Werk und Wirkung. WBG 2013, S. 17 mit den Beispielen "Tyrann, Jungfrau, zürnender Vater, prahlender Soldat, schlauer Diener".

7. Beispiele: "Agonje" (Zb 451,  30); "obskur" (Zb 551, 27f.); "Geld-Magneten" (Zb 835, 5); "Tempus" (Zb 635, 18ff.). Frau Stöhr wird mit einer "schottishen Wollbluse" eingeführt (Zb 70, 8; 116, 8f.): Hinweis auf Schafe.

8. Komm. zu Wint.T.IV.3, S.328.

9. Natürlich denkt der Leser an bekannte Schilderungen des "goldenen Zeitalters" (z.B. Vergil, 4. Ekloge; Ovid, Metamorphosen I). Weitere antike Textstellen etwa bei Hans Reynen, "Ewiger Frühling und goldene Zeit" in der Zeitschrift "Gymnasium", Band 72, Heft 5 (1965), S. 415 - 433).

10. "Geistermusik" am Grammophon: Zb 973, 31-974, 4.

11. Vgl. auch die Erklärung zu Wint.T.III.3.69f., Komm. S. 157, Anm. 31: "work" sei eine "bei Shakespeare häufige Umschreibung für Geschlechtsverkehr".

Veröffentlichung: 27. 11. 2013             Autor: Gerhard Adam 











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