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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

Engelhart sucht ein Christuskreuz an einem Minoritenkloster in der Nähe der Kaserne auf: " Was ihn zum Erlöserbildnis trieb, war die Idee des Opfers, der betäubte Wille rang nach Erlösung, er suchte für seinen Schmerz das höchste Symbol. Das war es; er war Opfer und suchte die Wollust des Opfers. Es ergriff  ihn jener schwärmerischer Fatalismus, der eine Trunksucht der Seele ist, der zur Unverantwortlichkeit strebt und alles Bewußtsein in Traum und Wahn auflöst" (ER 163, 14 - 20). (6)
Die "tiefste Lust" ist die das vergewaltigte Opfer begleitende Wolllust in der lebensbedrohenden Fixierung auf den Tod, die vor nichts Halt macht. Settembrini urteilt deshalb über Naphta: "Ich werde Ihnen (sc. den Vettern) diesen Mann mit einem Wort kennzeichnen. Er ist ein Wollüstiger" (Zb 619, 32ff.), "seine Gedanken sind "wollüstiger Art" (Zb 621, 6f.). Der willentlich vom Leben dualistisch isolierte Tod führe realiter zu einem Reich der Wollust, "weil er (sc. der Tod) löst und erlöst, weil er die Erlösung ist, aber nicht die Erlösung vom Übel, sondern die üble Erlösung. Er löst Sitte und Sittlichkeit, er erlöst von Zucht und Haltung, er macht frei zur Wollust" (Zb 620, 26 - 621, 3). 

Eine Mitarbeiterin der Firma Freitag & Sohn, Fräulein Ernestine Kirchner, "erinnert" sich an Engelhart: "Sie fuhr aber fort, ihn zu betrachten, in ihrem Blick war ein Aufglänzen, es schien ihr, als habe sie diesen dunklen Kopf mit den gesammelten Zügen vor vielen Jahren schon gesehen, es überrieselte sie eine freudige Erinnerung" (ER 137, 27 - 31). "Eine vage Erinnerung an irgendetwas und irgendwen berührte ihn (sc. Castorp) leicht und vorübergehend, als er das (sc. Auftreten Chauchats) sah ...(Zb 119, 24ff.).

Engelhart "ging, zum ersten Mal in seinem Leben, mit klopfendem Herzen zum Photographen. Sein Gesicht kannte er zur Genüge, es auf dem Papier zu sehen, reizte ihn plötzlich über die Maßen " (ER 211, 26 - 29). Vielleicht könnte diese Stelle erklären, warum gerade der Psychoanalytiker Dr. Krokowski mit einem Fotografen in Verbindung gebracht wird (Zb 30, 28ff.).

Engelhart "malte mit dem Stock einige Zeilen in den feuchten Sand", ein Gedicht (Er 268, 2 - 10). Castorp "zeichnet" (etwa Zb 639, 33f.).

Schildknechts Braut wird mit Dantes "Beatrice" verglichen: "Engelhart sah einmal das junge Ding, verschüchtert ging sie daher, doch gleich Beatrice >> macht' ihr Anblick jedes Ding bescheiden <<, und in ihrem Gesicht lag ein holdes Ertragen" (ER 196, 14 - 17). Settembrini vergleicht Chauchat ironisch mit Beatrice (Zb 783, 10). (7)

Anmerkungen:

1. Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf Thomas Manns Der Zauberberg, Bd.5/1 (Textband) - 2 (Kommentarband) - M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002. Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Abk.: Zb.
Jakob Wassermann, Engelhart Ratgeber, Fortsetzungsroman 1907 in der Deutschen Romanbibliothek. Der Druck des Romans in Buchform wurde von Wassermann aus der Setzerei zurückgezogen und erst 1973 von Wassermanns Sohn Charles veröffentlicht:
Jakob Wassermann, Engelhart oder Die zwei Welten, Albert Langen - Georg Müller Verlag, 1973. Diese Ausgabe wird hier benützt. Abk.: ER.
2. Der Name Schildknecht wird bei Wassermann mit Judenfeindlichkeit belastet: "Nun ist es in unserer Familie eine alte Tradition, und ich habe es auch einmal in einem alten Schriftstück bestätigt gefunden, daß ein gewisser Schildknecht von Schildknechtstein, der den Juden tief verschuldet war, mit großer Leidenschaft und Tücke das Volk aufgehetzt, dann die Brunnen in seinem Haus habe vergiften lassen und schließlich mit eigner Hand an die hundert Juden erschlagen habe " (ER 231, 28 - 32).
3. 1. Mose 11, 27f. Castorp denkt "viel mit Sympathie an die Chaldäer" (Zb 559, 21f.) und "intim" (Zb 559, 31; 560, 2; 561, 28).
4. Castorp wird das oft wiederholte Wort "Liebe" beim Vortrag Krokowskis "auf die Dauer recht widerwärtig" (Zb 193, 26f.).
5. Vgl. Beitrag 2. Das Volkslied wird Kunstlied Franz Schuberts.
6. Allgemein zum Thema "Opfer": Opfer, Theologische und kulturelle Kontexte, hrsg. von Bernd Janowski und Michael Welker, Suhrkamp Taschenbuch 1454, 1. Aufl. 2000.
7- Vgl. Kommentarband, S. 338, Anm. zu Zb 783, 10.

Veröffentlichung: 01.02.15                                                         Autor: Gerhard Adam


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