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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten

                                        Der Bildhauer "Arthur Schnitzler"

Im "Zauberberg" fällt auf, dass Thomas Mann verdeckt auf literarische Zeitgenossen hinweist: Heinrich Mann ("Hm"), Beer - Hofmann, Wassermann ("Düstmund", "Bucharier"), Hauptmann, die Verleger Fischer ("Miklós") und Langen (vgl. Beiträge 58, 72, 80, 81).Ein Bildhauer aus der österreichischen Provinz beschäftigt sich nun mit der Frage, wie man Altpapier sinnvoll verwerten und den Wald schonen könne (Zb 956, 30 - 958, 13): Dahinter verbirgt sich Arthur Schnitzler. (1)

Folgende Argumente sprechen dafür:

1. Ein Bildhauer gehört zum Bereich der "Schnitzer". Schnitzler ist eine volkstümliche Bezeichnung für Schnitzer.  

2. Der Bildhauer wird mit dem Klischee "Hakennase" als Jude gekennzeichnet. Der Dichter ist Jude.

3. Die blauen Augen des Bildhauers weisen auf eine Besonderheit des Juden Arthur Schnitzler hin: Er hat blaue Augen. (2)

4. Der Bildhauer stammt aus der "österreichischen Provinz". Schnitzler ist Wiener. "Provinz" ist von Schnitzlers Verlag S. Fischer aus in Berlin eine verlagstechnische Einteilung und auch der Nachkriegsdiskussion einer Angliederung Österreichs geschuldet.

5. Der Themenkern des Bildhauers ist "Papier". Hierin liegt ein Hinweis auf den Dichter. Schnitzler wollte von seinem Verleger Fischer zu dieser Zeit eine Gesamtausgabe seiner Werke (deshalb "ehemaliger Bildhauer": Zb 956, 30f.; "vormalige Künstler": Zb 958, 4f.). Fischer hatte dafür kein Papier. (3) Österreichische Autoren des S. Fischer - Verlags beklagten sich, Fischer würde sie gegenüber den deutschen Kollegen benachteiligen. Arthur Schnitzler, "gewichtigster und erfolgreichster Autor aus dem Wiener Kreis", "wurde zur treibenden Kraft, dass der Idee, mit einer Zweigstelle in Wien die Papierkontingente aufzufüllen Taten folgten, und notierte den schleppenden Fortgang, das unverantwortliche Betragen, >> Affaire Fischer <<  (30.3.1918), >> Fischer's Laxheit << (16.4.18)" (4). Die auch öffentlich ausgetragenen Rechnereien und Angriffe auf den S. Fischer Verlag sind Grund für Thomas Mann, in "seine Parteinahme  für den Erfinder (sc. den Bildhauer) Verachtung und Widerwillen einfließen zu lassen (Zb 958, 11ff.).

6. Das Motiv "Förderung von Lungenheilanstalten" ist biographisch verankert: Schnitzler wurde März 1886 wegen Tuberkuloseverdacht behandelt und zur Erholung nach Meran geschickt. Manche Dramen spielen bekanntlich in Lungenheilanstalten (z.B. "Der einsame Weg").

7. Die "Unterstützung bedrängter Talente" (Zb 957, 16) kann auch ein ironischer Hinweis auf die damalige Devisenlage sein.

Anmerkungen:

1. Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1 (Textband) -2 (Kommentarband) - M. Neumann -der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002. Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Abk.: Zb.
2. Die blauen Augen Schnitzlers erwähnt etwa Alma Mahler - Werfel in ihrer Biographie.
3. Eine "österreichische Filiale" des Berliner S. Fischer Verlags wurde deshalb schon 1918 geplant, um auch in Österreich ein Papierkontingent zu erhalten: Murray G. Hall, "Österreichische Verlagsgeschichte 1918 - 1938, Band II. Belletristischer Verlag der 1. Republik, Hermann Böhlaus, S. 79, 115; Seite 80 ist der Inhalt eine "Papierresolution" der Vertreter des Verlags- und Buchhandels in Wien (Juni 1920) abgedruckt.
4. Barbara Hoffmeister: S. Fischer, der Verleger. Eine Lebensbeschreibung. S. Fischer Verlag 2009, S. 377f. mit Hinweis auf: A. Schnitzler, Tagebuch 1889 - 1931, Bd. 1 - 10. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hrsg. von der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1981 - 2000.

Veröffentlichung: 03.03.15                                                Autor: Gerhard Adam

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