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Beitrag 97 - Teil 2
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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten
Anregungen
Anregungen

C.  Ehrsucht (ambitio saeculi: conf. X, 59 - 64; III, 6)
Schon in der Jugend werden Augustinus Karriereziele gesetzt (conf. I, 14.19). Er gilt als Knabe, der zu großen Hoffnungen berechtigte (conf. I, 26: bonae spei puer). Das Studium der Redekunst dient der Eitelkeit (conf. III, 7). Augustinus war gierig auf "Ehre, Reichtum und Eheglück" (conf. VI, 9: Inhiabam honoribus, lucris, coniugio ...; auch VI, 19; VII, 2). Nach seiner Bekehrung ist alles anders: "Schon war mein Geist frei von den beißenden Sorgen des Ehrgeizes und der Besitzgier; er wollte nicht mehr im Schlamm wälzen und nicht mehr sich kratzen beim Jucken der Leidenschaften" / Iam liber erat animus meus a curis mordacibus ambiendi et adquirendi et volutandi atque scalpendi scabiem libidinum ... (conf. IX, 1). Augustinus verzichtet auf Karriere und Ehe

.Im "Zauberberg" macht sich die "mitbürgerliche Neugier" Gedanken über den künftigen politischen Weg Castorps (Zb 58, 23; 59, 11f.). Im Laufe seines Aufenthalts im Sanatorium verstärkt sich die Ablehnung der Normen im "Flachland" (Zb 301, 1 - 25; 303, 7 - 14; 633, 22f.). Joachim kommt "nach Haus in die Fremde, zu den Unwissenden" (Zb 637, 7; 633, 28), wie Castorp beklagt. Am Schluss des Romans erfolgt bei einem Gespräch mit Peeperkorn das Eingeständnis seines bürgerlichen Karriereendes. Castorp hat "mit allem gebrochen, mit meinen Verwandten und meinem flachländischen Beruf und allen meinen Aussichten" (Zb 925, 21ff.).


Anmerkungen:
1.  Die Zahlen in Klammern (Seite, Zeilenangabe) verweisen auf Thomas Manns Der Zauberberg, Bd. 5/1 (Textband) - 2 (Kommentarband) - M. Neumann - der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002. Hervorhebungen durch Fettdruck vom Autor. Abkürzung: Zb.
2.  Aurelius Augustinus: Confessiones Bekenntnisse. Lateinisch - Deutsch. Übersetzt, herausgegebenund kommentiert von Kurt Flasch und Burkhard Mojsich. Mit einer Einleitung von Kurt Flasch, Reclam 2009. Zitate (auch Übersetzungen) sind dieser Ausgabe entnommen unter Angabe des Buches und Paragrafen.
Hinweis auf eine weitere Ausgabe: Aurelius Augustinus. Confessiones. Bekenntnisse. Lateinisch - deutsch. Übersetzt von Wilhelm Thimme. Mit einer Einführung von Norbert Fischer. Verlag Artemis & Winkler 2004.
3.  Weitere Stellen: "aber ich fasse nicht das Ganze, was ich bin" / Nec ego ipse capio totum, quod sum (conf. X, 15; auch X, 3 - 7: qui sim / quis adhuc sim / quid ipse intus sim / confitear ergo quid de me sciam, confitear et de me nesciam.
4.  Stellen zu "homo dei": Zb 570, 23; 621, 26; 719, 17.
5.  Biblische Quelle: 1. Johannes 2, 16.
6.  Stellen zu "Milch": Zb 105, 29f.; 207, 20f.; 401, 31; 534, 11; 828, 23; 837, 21f.; 251, 15: "Milchglaswand"; 431, 15: "Milchstraßentiere".
7.  Rauchwaren: Maria Mancini (Zb 384, 4 ubique); St. - Felix - Brasil (Zb 384,18f.), Henry Clays (Zb 385, 9); ägyptische Zigarette - Sphinx (Zb 398, 2 - 9); Rüthlischwur (Zb 1074, 6 - 19).
8.  Beim "Birnendiebstahl" macht Augustinus auf den Einfluss der "Bande" (consortium simul peccantium: conf. II, 16) aufmerksam. Alypius wird von seinen Freunden zum Gladiatorenspiel geschleppt (conf. VI, 13). Die Musik ("Soldatengebet": Zb 1016,9) führt zur Sinnesänderung.
9.  Bei Augustinus ist die Neugierde besonders mit dem Sehsinn verbunden (concupiscentia oculorum: conf. X, 54; VI, 13). Vgl. auch den gelungenen Werbespruch eines Kultursenders: "Deine Ohren werden Augen machen".
10. Stellen zur "curiositas": conf. I, 16.23; II, 13; III, 5; V, 3.4; VI, 13.22; VII, 8.9; X, 3.54 - 57.60; XIII, 28.30. Dem "Zauberberg" ist das Wort "kurios" bekannt (Zb 74, 30).
11. Hans Blumenberg, Die Legitimität der Neuzeit, 8. Aufl. 2017, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1268, S. 358 - 376; Friedrich-Wilhelm von Hermann in: Selbsterkenntnis und Gottsuche. Augustinus: Confessiones 10. Hrsg. von Norbert Fischer und Dieter Hattrup, Schöningh 2007, S. 33 - 39; Johannes Brachtendorf, Augustins "Confessiones", WBG 2005, S. 221 - 228.
12.  Nietzsche, zitiert in: Blumenberg, a.a.O., S. 442f.
13.  Stellen zu "placet experiri": Zb 115, 26; 150, 26; 155, 2; 228, 19; 239, 12; 483, 33f.; 539, 12; 960, 32; 997, 23; 239, 11f.: "angenehm, Versuche anzustellen" (Castorp). Settembrini spricht " das c von  >> Placet << weich, nach italienischer Mundart " (Zb 150, 26f.). Wir können in diesem Zusatz einen Hinweis auf Settembrinis "weichere" Position und auf den Kulturkreis Augustinus´ erkennen.
14.  Zitiert in: Kommentarband, a.a.O., S. 320 zu Anm. Zb 748, 27 - 28.
15.  "Sympathie" nach Settembrini: Das Menschengeschlecht kommt mithilfe der Technik zu einem "Endzustande der Sympathie, der inneren Helligkeit, der Güte und des Glückes" (Zb 238, 11 - 15).
16. "Müßig" wird illustriert durch die Tätigkeit des Staatsanwalts Paravant, der sich um die irrationale Zahl Pi bemüht (Zb 954, 19 - 956, 30). Castorp tröstet ihn mit "gelassener Religiosität" (Zb 956, 24).
17. Die Verbindung Neugier und Hölle findet sich schon bei Augustinus. Er zitiert eine witzige Antwort auf die Frage, was Gott vor seiner Schöpfung getan habe: "Er baute eine Hölle für Leute, die zu hohe Dinge erforschen wollen" / alta, inquit, scrutantibus gehennas parabat (conf. XI, 14).
18. Neben der "Neugier" (seltsam = kurios) eine weitere Begründung für die Entscheidung Castorps: Es ist die "Neugierde des Herzens", seinen Vetter wieder zu sehen. Dahinter steht das Argument, dass "Liebe" Grenzen überschreiten darf und niemand etwas dagegen haben könnte, selbst Gott nicht.
Veröffentlichung: 24.08.19                                                                Autor: Gerhard Adam


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