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Beitrag 98 - Teil 2
Beitrag 98 - Teil 3
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Figuren: Albin - Buligin
Castorp
Castorp
Castorp
Castorp - Chauchat
Chinese - Holger
Holländer - Miklosich
Mylendonk - Paravant
Peeperkorn - Schweizer
Settembrini - Sohn
Stöhr - Zimmermann
Ziemßen
Kollektivbezeichnungen
und Statisten
Anregungen
Anregungen
Anregungen


Am Schlusse seiner Wanderung kommt Dante in das Reich der erlösten Seelen (Par XXXI, 25ff.). In väterlichem Gestus tritt Bernhard von Clairvaux an die Stelle Beatrices (Par XXXI, 61ff.). Dante richtet ein Abschiedsgebet an Beatrice (Par XXXI, 79 - 90). Er redet sie mit "Du" (tu) an statt wie bisher mit "Ihr" (vuoi). Settembrini verwahrt sich beim Karneval gegen seine Anrede mit "Du" (Zb 497, 20 - 24) und redet von "Abschied" (Zb 500, 2). Beim endgültigen Abschied von Castorp benützt er Castorps "Vornamen" Giovanni und das "Du" (Zb 1080, 1 - 5).


In der Röntgenszene nennt Behrens die Vettern "unsere Dioskuren! Castorp und Pollux" (Zb 327, 9f.). Im Durchleuchtungsraum liegt diese Assoziation mit dem Sternbild der Zwillinge nahe. Behrens wird einmal in einem anderen Zusammenhang als "Bär" bezeichnet (Zb 466, 11f.). Bei Dante werden die Zwillinge viermal erwähnt (Inf I, 105 verdeckt; Purg IV, 61 - 64); Par XXII, 112ff.; Par XXVII, 79 - 99). Zusätzliche Bedeutung gewinnt dieses Sternbild dadurch, dass Dante in diesem Zeichen geboren ist und die Zwillinge besonders anruft (Par XXI, 112 - 123). (25 ) Überhaupt ermutigen die astronomischen Zeitbestimmungen bei Dante dazu, sie für Erklärungen im "Zauberberg" zu benützen. Castorp betrachtet die Gestirne (Zb 558, 16 - 561, 19). Nun befindet sich die Sonne vom 20. Februar bis 20. März im Tierkreiszeichen des Fisches. Dieser Zeitraum wird durch Castorps Hinweis auf den Schalttag noch hervorgehoben (Zb 922, 11f.: Erlebnis mit Chauchat). Bei entsprechender Zählung kommt man auf 28 Tage. Könnten damit die 28 Fischsaucen von Frau Stöhr zu erklären sein (Zb 129, 9f.; 133, 11ff.)? (26) In diesen Zusammenhang gehört Castorps Zeichnen auf der Erde mit dem Stock (Zb 639, 33f.). Bei Dante wird mit dem Zeichnen auf der Erde eine Grenze markiert, die man schwer überschreiten kann (Inf VII, 52ff.). Er erwähnt "i geomanti" (Purg XIX, 4), die mit ihren auf der Erde gezeichneten Linien und Punkten eine Verbindung zu den Sterrnbildern herstellen und wahrsagen wollen. (27)

Castorp fragt sich, ob er nicht Arzt oder Geistlicher hätte werden sollen. (Geistlicher betont durch späteres "geistlich": Zb 441, 15; 445, 7 u.a.). Aber die äußeren Umstände waren entscheidend, Ingenieur zu werden (Zb 398, 21 - 399, 2). Bei Dante wird einer, der besser Krieger geworden wäre, Priester und ein geborener Priester König durch die Umstände (Par VIII, 139 - 147).

Mit der "Quadratur des Kreises" beschäftigt sich Staatsanwalt Paravant (Zb 628, 15; 953, 33 - 956, 26: s. Beitrag 13). Das Problem beschäftigt schon Dante (Par XXXIII, 133 - 141). Ausführliche Problembehandlungen finden sich in beiden Werken: Zeugungslehre (Purg XXV, 37 - 75); Problem der Mondflecken (Par II, 46 - 105); Entwicklung der menschlichen Sprache (Par XXVI, 82 - 142) u.a.. Im "Zauberberg" etwa: "Was war das Leben"? (Zb 416, 9 - 434, 10).


Der Anführer der Malebranche-Teufel ist in der Lage, gleich sieben Teufel durch Pfeifen herbeizuholen (Inf XXII, 101 - 195). Die burleske Szene könnte Vorbild gewesen sein für den "Verein Halbe Lunge" ("sechs oder sieben Personen") und der pfeifenden Hermine Kleefeld (Zb 78, 12 - 82, 4), die Castorp (und dem zurückgebliebenen Joachim) entgegenkommen.

Vor der Überfahrt über den Acheron bebt die Erde in der Vorhölle und Dante wird vom Schlaf überwältigt (Inf III, 130 - 136). Auch der Läuterungsberg bebt, wenn für eine Seele die Läuterung beendet ist (Purg II, 58 - 63). Angekommen im Limbus (1. Kreis der Hölle) weckt ihn ein Donnerschlag (Inf IV, 1 - 3). Castorp "hatte niemals ein Erdbeben erlebt, aber er sagte sich, daß damit wohl ähnliche Empfindungen unverwechselbaren Schreckens verbunden sein müßten, - von der Neugier abgesehen, die Ellen Brands fatale Fähigkeiten ihm außerdem einflößten" (Zb 996, 26 - 30). Dante kommt als Lebender in die Hölle, Castorp zu den "Dingen der geheimen Natur oder Übernatur (Zb 997, 3f.), zum "Verbotenen" (Zb 997, 31). Der "Donnerschlag" erfolgt in Faustschlägen gegen Tür und Tisch (Zb 1008, 16 - 25).

Beim Aufstieg auf den Läuterungsberg ist ständig Musik zu hören:"Musik ist ein Medium der Läuterung, ein Heilsweg". (28) Im Abschnitt "Fülle des Wohllauts" (Zb 963, 25 - 990, 22; Titel inspiriert von Par X, 147; Par XIV, 122?) werden Castorps "Vorzugsplatten" vorgestellt. Castorp lässt sich vom Wohllaut überströmen, "die Hände gefaltet, den Kopf auf der Schulter, den Mund geöffnet" (Zb 974,8f.).

Peeperkorn lenkt die Blicke seiner Begleiter auf einen Adler (Zb 895, 21 - 896, 25). Für ihn ist er "Jupiters Vogel, der König seines Geschlechts, der Leu der Lüfte" mit seiner Adlerklaue. Im "Paradiso" Dantes erscheint der "Adler als Symbol der sehnlichst erwarteten Friedensherrschaft eines einzelnen" (Par VI, 97 - 111). (29) Vor ihm muss man sich in Acht nehmen "vor seinen Klauen, die schon stärkeren Löwen das Fell abgezogen haben" (Par VI, 107). Dante hört das Geräusch eines Wasserfalls, das in die Stimme des Adlers übergeht (Par XX, 22 - 27). Erinnert sei an die Ansprache Peeperkorns unter dem Donnern eines Wasserfalls (Zb 940, 29 - 942, 2): "man sah, wie sein Königsantlitz sich redend bewegte, sein Mund Worte formte, die tonlos blieben" (Zb 941, 2ff.).
In ähnlicher Weise wird der Adler beschrieben im 1. Traum Dantes im Purgatorium (Purg IX, 19 - 30).

Bei Dante wird der böhmische König  Wenzeslaus (Wenzel) mit seiner "lussuria e ozio" erwähnt (Purg VII, 101f.; Par XIX, 124ff.)). Im "Zauberberg" erinnert  der dicke, genussfreudige Böhme Wenzel an ihn. Auf seiner Zuckerrohrplantage arbeiten "hübsche Mädchen". Seit vier Jahren behauptet er sterben zu müssen (Zb 641, 25 - 643, 5; weitere Stellen s. Index). Der böhmische König stirbt jung an Tuberkulose.

Dante macht die Liebe zum Gestaltungsprinzip der Welt (Purg XVII, 91 - 139). Sünden sind dann "jeweils fehlgeleitete Formen der Liebe" (Köhler II, Anm. S. 341). Dr. Krokowskis Ausführungen zur "Liebe" gipfeln in der Frage, "welches sei denn nun die Gestalt und Maske, worin die nicht zugelassene und unterdrückte Liebe wiedererscheine?" (Zb 195, 29ff.). Seine Antwort: "In Gestalt der Krankheit! Das Krankheitssymptom sei verkappte Liebesbetätigung und alle Krankheit verwandelte Liebe". (Zb 196, 13ff.).

"Se mai continga..." ("Sollte es je geschehen"): Dante sehnt sich am Anfang des Gesanges nach Heimkehr und Dichterkrönung (Par XXV, 1 - 9). Dieser Anhang findet sich in Zusammenhang mit Castorps "Befreiung": "Nahm das Leben sein sündiges Sorgenkind noch einmal an ...im Sinn einer Heimsuchung, die vielleicht nicht Leben, aber gerade in diesem Falle drei Ehrensalven für ihn, den Sünder, bedeutete, konnte es geschehen". (Zb 1079, 9 - 14).

Ein "offenes Ende" zeichnet beide Werke aus (Par XXXIII, 143ff.; Zb 1085, 15f.), wobei Virgil Dante nach Hause bringen wird (Inf XV, 53f.). Mit der Hoffnung auf die "Kraft der Liebe" enden beide Werke. Dantes "Reisebericht ist Medium einer politischen Botschaft, der Zukunftsvision einer gerechten Weltordnung". Bei Thomas Mann finden wir einen Friedensappell am Ende des Romans.


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